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Heiligenhaus
Brücken testen auf zwei Baustellen

Heiligenhaus: Brücken testen auf zwei Baustellen
Wie viel hält sie noch aus? Die alte Rundbogenbrücke über die Bahngleise in Hofermühle wurde neu begutachtet. Das Ergebnis wird für kommende Woche erwartet. FOTO: d. janicki
Heiligenhaus. Die Bahnbrücke in Hofermühle ist marode, ihre Zukunft vorerst ungewiss. Derweil entsteht an der A 44-Trasse nahe der Hülsbecker Straße ein neuer Stahlkoloss. Eine Besuch zweier sehr unterschiedlicher Arbeitsorte. Von Paul Köhnes

Das Nadelöhr Hofermühle ist neu zu entdecken. Dafür sorgt eine eher unscheinbare Baustellenampel ausgangs der kurvigen Ortsdurchfahrt Richtung Heiligenhaus. Der Verkehr läuft einspurig, Tempo 30 gilt sowieso. Für den Autofahrer sieht alles so aus wie immer. Von oben. Von unten betrachtet nicht - denn die Baustellenampel schützt den Verkehr auf der uralten Brücke über die Kalkbahn. Die ist zurzeit ein Sorgenkind des Landesbetrieb Straßen.NRW.

"Gut sieht die wirklich nicht aus", sagt Niklas Lösel. Er betreut das Projekt für den Landesbetrieb. Aufschluss brachte Anfang der Woche das, was der Experte eine "handnahe Prüfung" nennt. Eine Bauexpertein rückte mit einem Spezialfahrzeug über die Gleise an und prüft die Brücke aus allernächster Nähe. "Die Ergebnisse erwarten wir in der kommenden Woche", sagt Lösel. Sie werden direkt in eine Datenbank eingegeben - und der Rechner spuckt nach der Gesamtschau der vorgeschriebenen Daten eine Art Zeugnisnote für die Brücke aus. Nach der richtet sich, wie mit dem Bauwerk zur verfahren ist. Sperrung, Teilsperrung, Neubau? "Alles denkbar", kommentiert Lösel. Parallel zur Begutachtung (nach DIN 1076) laufen Probebohrungen im Untergrund - für den Fall, dass ein "Ersatzneubau" her müsste.

Am Laubecker Bach beginnen heute die Schweißarbeiten an der künftigen A 44-Brücke. 220 Tonnen Stahl sind angeliefert. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)

"Die Brücke ist schon länger marode, der Landesbetrieb will Ersatz schaffen - die Frage ist allerdings: wann?" So kommentiert Stadt-Tiefbauchef Michael Krahl die Lage. Denn Hofermühle ist nicht nur für den Durchgangsverkehr Richtung Homberg ein neuralgischer Punkt. Auch die Baustellenversorgung für die Arbeiten an der A 44-Trasse führt teils durch die engen Kurven. Die Stadt Heiligenhaus hat alle Beteiligten an einen Tisch geholt: DEGES (baut den Westteil der A 44), Straßen NRW. und Stadt Ratingen sind vertreten. "Einfach mit dem Bagger anrücken - das geht gar nicht", sagt Krahl. Es müsse ein genauer Zeitplan her. Den könne es erst auf der Basis des Brückenzeugnisses (und des Gutachtens) nächste Woche geben.

In seinem Dienstbüro wenige hundert Meter weiter sieht Olaf Wüllner ein weiteres Brückenvorhaben eher entspannt. 220 Tonnen Stahl sind an der Hülsbecker Straße abgeladen, vom heutigen Freitag an sollen sie zur Trägerkonstruktion der A 44-Brücke über den Laubecker Bach zusammengeschweißt werden. "Das Ganze erledigt eine Firma im Auftrag von Straßen NRW", sagt er. Logistik und Organisation lägen in Händen der Auftragnehmer. Aber den Terminkalender behält der A 44-Bauleiter für den östlichen Teil der Trasse im Blick: "Mitte 2017 muss die Brücke fertig sein." Das Nadelöhr Hofermühle fürchtet er wenig: "Natürlich wird sehr genau festgelegt, auf welchen Routen Material zur Autobahnbaustelle angeliefert wird." Zumeist gehe das bis Velbert über die Autobahn, dann über die B 227 durch Heiligenhaus. "Und wir haben inzwischen ja den Vorteil, dass große Teile der fertigen Trasse für die letzten Meter genützt werden können." So sei auch die gigantische Materialmenge für die inzwischen fertige Brücke Ganslandsiepen nicht durch Hofermühle herangeschafft worden. "Auch wenn es notfalls funktioniert hätte."

Quelle: RP
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