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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Budzins Wechsel zur CDU hat ein Geschmäckle

Ratingen. Der Politiker, der für die Bürger Union (BU) im Rat saß, ist nun für die CDU-Fraktion tätig. Heftige Kritiker sprechen von einem Etikettenschwindel, schließlich sei Budzin ja als BU-Mann gewählt worden.

So fremd sind sich die Markenkerne von CDU und Bürger Union (BU) ja nicht. Die BU ist damals - im Jahr 2004 - aus der CDU entstanden, als Reaktion auf heftigste parteiinterne Querelen. Schnell schrieb man eine imposante Erfolgsgeschichte. Die BU gehört mittlerweile fest zur politischen Landschaft Ratingens. BU und CDU liegen in vielen Dingen nicht weit auseinander. Man setzt auf vor allem auf bildungsbürgerliche Schichten, auf Familienpolitik, auf den Mittelstand, auf Wohlstand und eine gute Infrastruktur. Ratingen ist wie geschaffen für diese Themen.

Im personellen Bereich gibt es allerdings heftige Differenzen. Angela Diehl, die mächtige BU-Vorsitzende, und CDU-Fraktionschef Ewald Vielhaus werden in diesem Leben nicht mehr in tiefer Freundschaft zueinander finden - das gilt als sicher. Man hat sich politisch genau verortet und kooperiert bei den wichtigen Sachthemen.

Umso mehr lässt der Wechsel eines Politikers aufhorchen, der zu den Glanzzeiten der BU ein persönlicher Fürsprecher und personifizierter Schutzschild des damaligen Bürgermeisters Harald Birkenkamp war: Uwe Budzin - man höre und staune - ist jetzt Mitglied der CDU-Fraktion.

Vor einigen Jahren war diese Konstellation noch undenkbar. Doch die Zeiten haben sich geändert. Grund: Budzin ist tief gefrustet - auch wenn er das so deutlich nicht gesagt hat. Der Führungsstil an der BU-Spitze habe ihm nicht gepasst, er fühlte sich zuletzt in der Fraktion nicht mehr gut aufgehoben. Und fraktionslos im Rat herumsitzen - das wollte er dann auch nicht. Sein CDU-Kollege Gerold Fahr fädelte den Wechsel nicht unklug ein, Budzin kann sich nun auf seinem Terrain - und das ist die Innenstadt-Politik - im Dienste der Christdemokraten tummeln.

Der Wechsel ist in der Stadt ein großes Thema, schließlich ging ein BU-Mann zur CDU. Das hätte man noch vor wenigen Jahren mit Teeren und Federn geahndet. Doch Spaß beiseite: Kritiker werfen dem 74-Jährigen vor, dass er sein Ratsmandat missbraucht habe, er sei schließlich als BU-Politiker gewählt worden - und nicht als Kandidat der CDU. Ein Geschmäckle hat diese Personalie zweifellos. Nun macht Budzin Politik für eine Partei, die er früher verbal bekämpft hat. Politisch-ethisch wäre es korrekt gewesen, das Ratsmandat abzugeben.

Quelle: RP
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