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Ratingen
Bürger bekommen mehr Geld für Einbruchschutz

Ratingen. Die Diskussion zum Thema "Maßnahmen für die innere Sicherheit" geht weiter. "Mit einem Einbruchsradar wäre den Bürgern mehr geholfen als mit einem Blitzmarathon, der Beamte bindet", bilanziert die Ratinger CDU-Vorsitzende Melanie Meyer, der die Zahlen der kürzlich veröffentlichen Kriminalitätsstatistik Sorgen machen. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist in Nordrhein-Westfalen im Verlauf des Jahres 2015 deutlich um 18,1 Prozent gestiegen. Nur jeder siebte Einbruch wurde aufgeklärt. Im Kreis Mettmann liegt die Steigerungsrate zum Wohnungseinbruch bei 32,8 Prozent und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. Spitzenreiter ist die Stadt Ratingen mit einer Steigerungsrate von 72,2 Prozent auf insgesamt 465 Delikte im Jahr 2015.

Gerade die Wohnungseinbruchskriminalität beeinträchtige das Sicherheitsempfinden der Bürger, sagt sie. Aus diesem Grund begrüßt sie das Bundesprogramm "Kriminalitätsprävention durch Einbruchsicherung" ausdrücklich, das im November startete. Doch sei dies nur ein Baustein, denn Prävention ersetze keine Polizisten, so die Vorsitzende.

Das Programm sieht vor, dass Haus- und Wohnungseigentümer, die ihr Zuhause besser vor Einbrüchen schützen wollen, einen finanziellen Zuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Bisher ist das Programm mit insgesamt 30 Millionen Euro für drei Jahre ausgelegt. Das bestehende Einbruchschutzprogramm soll mit zusätzlichen Haushaltsmitteln deutlich aufgestockt werden, so dass pro Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Als positiv bewertet die Vorsitzende, dass sich die beiden Bundestagsfraktionen darauf verständigt haben, die Zahl der Bundespolizisten deutlich zu erhöhen. Insgesamt erhalten die Sicherheitsbehörden rund 4000 zusätzliche Stellen. Ein Schritt, den die CDU begrüßt: "Daran sollte sich auch NRW ein Beispiel nehmen und die Polizei deutlich aufstocken." Wie die SPD-Landtagsabgeordnete Elisabeth Müller-Witt unlängst mitteilte, lasse sich der Missstand der gestiegenen Einbruchszahlen nicht alleine durch die Einstellung neuer Polizisten beheben. Dies sei ja bereits in hohem Maße erfolgt: "Seit 2011 wurden mehr als 7600 neue Polizisten eingestellt - deutlich mehr als im gleichen Zeitraum pensioniert wurden."

(RP/kle)
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