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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Bürger helfen vorbildlich

Ratingen. Der Schulterschluss zwischen Stadt und ehrenamtlichen Kräften nimmt neue Dimensionen an: Viele Menschen wollen sich in ihrer Freizeit um Flüchtlinge kümmern, ihnen eine Zukunft geben, sie in die hiesige Gesellschaft integrieren.

Die Sprache ist dabei der Schlüssel. Die Beteiligten wissen das - und sie tun was. Sie geben Unterricht. So zum Beispiel in Hösel. Dort ist eine Initiative entstanden, die beispielhaft für das große Engagement in Ratingen stehen mag. Das Projekt hat sich in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, Zeliha Yetik, und Ursula Hacket von der Caritas entwickelt.

Worum geht es dabei genau? Zweimal am Tag werden Flüchtlinge unterrichtet. Vormittags kommen rund 15, am Abend rund 35 Personen. Zwei Drittel sprechen kein Englisch und keinerlei Deutsch. Sie sind - so schildern Beobachter - mit großem Eifer dabei und geben sich beim Lernen ganz viel Mühe. Die Gruppenmitglieder helfen sich auch untereinander. Es gibt kleine und vor allem spürbare Fortschritte. Die Stimmung ist gut und positiv. Es geht nach vorne.

Was für die Menschen, die nach einer nervenaufreibenden Flucht ein wenig zur Ruhe kommen, besonders wichtig ist: Sie tasten sich an einen geregelten Tagesablauf heran, bekommen ein Gespür für die Mentalität der Bürger, die sich um sie kümmern. Der direkte Kontakt zu den Flüchtlingen bringt für die Helfer ganz neue Erfahrungen.

Und man ist sich einig, dass es viele weitere Projekte dieser Art geben sollte. Tenor: Wir in Ratingen brauchen noch mehr bürgerliches Engagement. Man ist sich sicher: Jeder kann die ersten ersten 200 Worte Deutsch unterrichten. Für Grammatik und die weiterführenden Dinge seien dann die Lehrer zuständig.

Unlängst hat es im Mettmanner Kreishaus dazu eine Konferenz gegeben. Zahlreiche Pädagogen haben sich bereiterklärt, ehrenamtlich Unterricht zu geben. Und auch die Firmen wollen sich stärker einbringen, denn die Unternehmen wissen: Sprachkenntnis und Job sind untrennbar miteinander verbunden.

Der Elan bei den Helfern ist ungebrochen (auch wenn einige längst am Limit sind). Und sie wissen, dass sie eine Aufgabe übernommen haben, die sich über Jahre hinziehen kann. Doch ein Lächeln der wissbegierigen Schüler ist wie ein großes Dankeschön. Es gibt Kraft.

Quelle: RP
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