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Ratingen
Bürger kämpfen weiter um alte Zeder

Ratingen: Bürger kämpfen weiter um alte Zeder
Ein mächtiger Baum: Laut Ratsbeschluss soll die alte Zeder im Poensgenpark gefällt werden. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Initiative lässt nicht locker und will noch mehr Unterschriften sammeln. Von Norbert Kleeberg

Heiner Dörffel, Sprecher der Bürger-Initiative, die sich für den Erhalt der alten Zeder im Poensgenpark einsetzt, gibt sich kämpferisch. "Wir werden jetzt nicht locker lassen", betonte er im Gespräch mit dieser Zeitung, "wir werden weiter Unterschriften sammeln und dann in Ruhe überlegen, welche weiteren Schritte wir einleiten werden."

Dörffel zeigte sich entsetzt angesichts der Vorgänge im Rat. Grund: Das Stadtparlament hatte nach einer Debatte die Initiative erst gar nicht zu Wort kommen lassen und den Antrag der SPD, einen Sprecher vortragen zu lassen, mit großer Mehrheit abgelehnt. "Dieses Verhalten hat uns schon sehr enttäuscht", betonte Dörffel, "denn wir haben uns auf die Sitzung intensiv vorbereitet." So will man sich aber nicht abspeisen lassen. Dörffel und seine zahlreichen Mitstreiter wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen: Sie sind davon überzeugt, dass die alte Zeder noch stehen bleiben kann. Die Stadt sieht dies ganz anders: Frank Licht, der neue Leiter des Amtes für Kommunale Dienste, hatte im Rat berichtet, dass der Zustand des Baumes weitaus dramatischer ist als bisher bekannt.

Ein großes Problem sei der aggressive Pilzbefall, berichtete Licht, es bestehe die Gefahr, dass die Zeder mit einer Wahrscheinlichkeit von über 60 Prozent in den nächsten Monaten brechen wird. Man könne mit Blick auf den Zustand des Baumes eher von Mortalität statt Vitalität sprechen, erklärte er. Und: Die Stadt müsse ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.

Orkan "Ela" hatte eine Kastanie der Allee gefällt, der Baum war in die Zeder gekracht, die seitdem schief steht. Pilzbefall am Boden hat bereits zu einer Sollbruchstelle geführt.

Dörffel besprach sich am Rande der Sitzung auch noch einmal mit SPD-Fraktionschef Christian Wiglow, der sich ebenfalls für den Erhalt des Baumes ausgesprochen hat. Laut Gutachten aus dem Jahr 2014 bestehe kein akuter Grund, die Zeder jetzt zu fällen, so Wiglow. Der Politiker forderte ein weiteres Gutachten, konnte sich aber mit diesem Antrag nicht durchsetzen.

Quelle: RP
 
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