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Ratingen
Bürger Union übt scharfe Kritik an Rathaus-Projekt

Ratingen. Der Rat hat das Rathaus-Projekt auf den Weg gebracht. Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack - jedenfalls aus Sicht der Fraktion der Bürger Union (BU). Man habe trotz Bedenken und nach einer fraktionell intensiven Diskussion und Beratung für die notwendige weitere Mittelbereitstellung zur Projektumsetzung des Rathauses und die Beauftragung der Generalunternehmerleistung gestimmt. "Die Fraktionsmitglieder bringen damit zum Ausdruck, dass sie ihre politische Verantwortung für das Projekt ernst nehmen, denn das Rathaus muss nun endlich ohne weitere Verzögerung gebaut werden", heißt es in einer Stellungsnahme der Fraktion mit Alexander von der Groeben an der Spitze.

Die BU habe die Vergabe an einen Generalunternehmer immer kritisch gesehen und hätte sich - auch unter Einbeziehung des D2-Parkes (Vodafone) - durchaus eine andere Rathausvariante vorstellen können, die ein wesentlich kleineres und damit kostengünstigeres Rathaus mit bürgernahen Einrichtungen an dem bisherigen Standort sowie Einzelhandel und Wohnungen vorsieht. Dies habe die Mehrheit des Stadtrates aber so nicht gewollt. Die BU teile nicht die Euphorie der CDU-Fraktion zu diesem Beschluss. Angesichts des bisherigen Verlaufs des Projektes sei es geradezu grotesk, dass die CDU-Fraktion in ihrer Pressemitteilung zum Rathaus die Entwicklung als Erfolg des Bürgermeisters "verkaufen" will (die RP berichtete). Das Rathaus sei nun wahrlich kein Vorzeigeprojekt der Verwaltung, das Gegenteil sei vielmehr der Fall. "Kein privater Bauherr hätte sich diese dilettantische Projektsteuerung, die eine Verzögerung von zwei Jahren und eine Kostenexplosion von knapp vier Millionen Euro zum Ergebnis hatte, leisten können, was auch an dem viel zu komplizierten und zum Scheitern verurteilten GU-Ausschreibungsverfahren lag", teilte die Fraktion mit. Symptomatisch für das Projekt sei schließlich auch der Weggang des Projektleiters Lutz Kalkstein vor Beendigung "seines" Projekts gewesen. Bürgermeister Klaus Konrad Pesch hatte betont, dass Kalkstein bis zuletzt an dem Projekt gearbeitet und sich absolut loyal verhalten habe.

(RP/kle)
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