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Ratingen
Bürger vermissen Bänke und Parkplätze

Ratingen: Bürger vermissen Bänke und Parkplätze
Ulirch Hardt (2.v.r.) mit der neuen IHK-Studie. Lesestoff auch für (v.l.) Kämmerer Martin Gentzsch, RMG-Chefin Nina Bauer und Wirtschaftsförderer Reiner Heinz. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die neueste IHK-Umfrage in Mitte, Hösel, Lintorf und West bescheinigt fast allen Standorten gute Qualitäten. Von Joachim Preuss

Die IHK Düsseldorf hat gestern ihre neueste Umfrage zum Thema Einkaufsstandorte vorgelegt. Befragt wurden - wie schon vor sechs Jahren - Geschäftsleute und Kunden. Zwar haben die Befragten den einzelnen Standorten fast durchweg die guten Noten gegeben wie 2008, doch dürfte das viele Seiten starke Werk in den nächsten Monaten von Politik, Verwaltung und Händlern diskutiert werden: Die Ergebnisse unterstreichen deutlich, was Geschäftsleute in der Innenstadt schon lange gefordert haben. Mehr Parkplätze, ein Parkleitsystem, mehr Ruhezonen und mehr Bänke wünschen sich Kaufleute und Kunden unisono.

Ulrich Hardt, Leiter der zuständigen IHK-Zweigstelle, stellte die Umfrage gestern vor. Aufmerksam lauschten auch Manuela Kessler und Hilmar Loy vom City-Kauf, Sebastian Lausch aus West, Kämmerer Martin Gentzsch, Wirtschaftsförderer Reiner Heinz und RMG-Chefin Nina Bauer. Im Vergleich zur Umfrage im Jahre 2008 gab es keine großen Veränderungen in der Sichtweise der Händler und Passanten. "Insgesamt haben die Ratinger Einkaufsstandorte ihre Qualität in den vergangenen sechs Jahren gehalten", so Hardt. Danach wird das Warenangebot in Mitte, Lintorf und Hösel mit einem "Gut minus" und in West mit einem "Befriedigend plus" bewertet. Während die befragten Geschäftsleute, vor allem in Mitte, aber auch in Lintorf und Hösel, ihren jeweiligen Einkaufsstandort etwas besser als ihre Kunden bewerteten, votierten ihre Kollegen in West mit einem "Ausreichend plus" (2008 "Befriedigend minus") deutlich kritischer.

In West sorgt man sich vor allem um die Leerstände: Von den 26 festgestellten Läden waren zum Zeitpunkt der Befragung sieben dicht. Auch das Thema Sicherheit beschäftigt West: Da gebe es Verbesserungsbedarf, hieß es.

In Mitte wurde deutlich, dass sich die Verweildauer der Kunden im Durchschnitt gegenüber der vorherigen Befragung auf über eine Stunde verlängert hat. Viele Bürger wünschen sich - wie übrigens auch allen anderen untersuchten Stadtteile - mehr Ruhezonen und Bänke. Die Parkhäuser seien "gut ausgelastet" gewesen, sagte Hardt. Doch das könne man noch optimieren, zum Beispiel mit einem Parkleitsystem. Fast alle Befragten waren sich einig: Das Parkplatzangebot hat sich im Vergleich zu 2008 verschlechtert. Hilmar Loy gab zu bedenken, dass die Umfrage abgeschlossen war, kurz bevor das Parkhaus Kirchgasse geschlossen wurde: Die Situation müsse man also noch kritischer betrachten.

Kollegin Manuela Kessler verwies auf die Gratis-Parkzeit, die bekanntlich von ehemals zwei Stunden auf eine Stunde herabgesetzt wurde. Das würde der festgestellten längeren Verweildauer in der City widersprechen. Insgesamt ist der Standort Mitte besser bewertet worden: Starke Kaufkraft, Flair, hohe Frequenz und kurze Wege kommen gut an. Doch fehlten Angebote im Bereich Mode, junge Mode und Elektro.

In Hösel wurde als Standortvorteil oft die Eisdiele von Händlern genannt. Hösel punktet mit exklusiver Kundschaft und der Atmosphäre, Kritik gab es wegen fehlender Parkplätze und der Verkehrssituation am Kreisel.

Wie überall werden in Lintorf die "zu hohen Mieten" kritisiert. Es gibt kaum Leerstand, die Einkaufsstraße gilt als sehr attraktiv, der Branchenmix aber als verbesserungswürdig. In Mitte, Hösel und Lintorf denkt kaum ein Händler über Standortwechsel nach: Nur in West sind es stolze 27 Prozent.

Quelle: RP
 
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