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Heiligenhaus
Bürgerbus fährt in der Erfolgsspur

Heiligenhaus: Bürgerbus fährt in der Erfolgsspur
Von Beginn an war Einfallsreichtum gefragt - auch in Sachen Werbung für den Bürgerbusverein. So sind Vereinsvertreter - hier Klaus Biehler (l.) und Dietrich Klützke - an Informationsständen in der Innenstadt präsent, wenn sich die Gelegenheit bietet. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Eine nicht alltägliche Bilanz: Rund 40.000 Fahrgäste seit 2012, mehr Haltestellen und die ständige Suche nach Fahrern Von Sandra Kreilmann

Der Bürgerbus gehört längst zum Stadtbild. Unermüdlich rollt der neunsitzige Sprinter acht Stunden am Tag durch das Stadtgebiet. Einsteigen, 1,50 Euro zahlen und anschnallen. Das Konzept ist simpel. Dahinter jedoch steckt viel Arbeit von Ehrenamtlern. Deren Lohn: Jeder, der einsteigt.

Rückblick: Am 5. November 2012 nahm der Bürgerbus offiziell Fahrt auf. Am Steuer der Jungfernfahrt damals: Harald Flügge, der technische Beigeordnete der Stadt. Als Teil eines zu Anfang 27-köpfigen Fahrerteams wurde er zum offiziellen Busfahrer. Gesundheitstests und Fahrerschulung vorausgesetzt, kann eigentlich jeder in Heiligenhaus Busfahrer werden - und, wie Ruth Ortlinghaus bei der ersten Bürgerbusrunde schmunzelnd anmerkte: "Vielleicht so manchen Kindertraum damit wahr machen." Bei der ersten Runde stiegen dabei noch wenige Passagiere zu. Einer war es, der die erste Runde nutzte und ein Fahrticket löste. Das erste von bis zum Jahresende etwa 40.000 verkauften Tickets.

Die Zahlen überzeugen auch die anfänglich kritischen Stimmen. In ersten vorsichtigen Kalkulationen zu Beginn rechnete der Verein damals mit etwa drei bis vier Fahrgästen pro einstündiger Rundtour; zur Feier der Weihnachtsfeier (RP berichtete) konnten die Vereinsvorsitzenden offiziell bestätigen, dass der Schnitt weit höher liegt: "Etwa sieben Fahrgäste sind pro Runde an Bord", verkündet Bürgerbus-Geschäftsführer und Stadtmarketing-Koordinator André Saar. Und dass das Angebot dort ankommt, wo es ankommen soll, zeigt, dass die Zahl der mitfahrenden Schwerbehinderten bei konstant 30 Prozent liegt.

Eine Schleifen-Runde fährt der Bürgerbus durch die Stadt, von der Innenstadt durch den Nonnenbruch bis in die Wassermangel und zurück. Durch Werbeveranstaltungen für den Bürgerbus hat auch die Zahl der Mitfahrer aus der Wassermangel zugenommen. Durch die zwei neuen Haltestellen "Weilenburgstraße" und "Harzstraße", sind die Zustiegszahlen aus der Oberilp höher geworden.

2008 war "Die Idee Bürgerbus" erstmals im Gespräch: In den Reihen des Stadtmarketing-Arbeitskreises "Kultur und Gesellschaft" wuchs der Gedanke, Teile der Stadt, die von der Rheinbahn nicht angefahren werden, über einen Bürgerbus an die Innenstadt anzubinden. Vor allem der Nonnenbruch sollte bedient werden. Die Wassermangel kam dazu. "Wir wissen, dass es noch viele Wünsche gibt, wohin der Bus fahren könnte", so Klaus Biehler von der Fahrerbetreuung. "Aber dazu brauchen wir auf jeden Fall noch mehr Fahrer. Dann wären vielleicht sogar noch andere Ziele möglich."

Der Bus ist nicht nur zum puren Transportmittel geworden, sondern gleich zur Stadtrundfahrt: "Manche Ecken der Stadt kannte ich gar nicht", so ein Fahrgast, "diese Ecken hab ich erst durch den Bürgerbus kennengelernt. Es lohnt sich also, einfach mal sitzenzubleiben und die große Runde mitzufahren." Auch Ortlinghaus' Wunsch, geäußert auf der Jungfernfahrt, der Bus würde rollende Kommunikationsplattform werden, hat sich erfüllt. Weitere ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer werden gesucht, ein Pkw-Führerschein reicht aus. Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. Die Kosten für die medizinische Untersuchung der Rheinbahn sowie Behördenausgaben übernimmt der Bürgerbusverein.

Die Fahrer treffen sich regelmäßig an jedem dritten Montag im Monat um 18 Uhr in der Gaststätte Köpi3, Talburgstraße 3. Interessierte Fahrer sind jederzeit willkommen. Weitere Informationen bei André G. Saar, Telefon 02056 13105, E-Mail a.saar@heiligenhaus.de, Internet: www.buergerbus-heiligenhaus.de.

Quelle: RP
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