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Ratingen
Bunte Vielfalt: Bald beginnt die Schmetterlingssaison

Ratingen. Noch erreichen die Temperaturen nicht die Wohlfühlgrenze der Falter. Experten zählen in der Stadt 20 bis 30 Arten.

Wenn die Temperatur so langsam die zehn Grad erreichen wird, dann dürften sich auch die ersten Schmetterlinge aus ihren Verstecken wagen. "In Heiligenhaus hat der Falterbestand n den letzten 20 Jahren allem Anschein nach abgenommen", erklärt Dietmar Borbe vom BUND bei einem Vortrag, gespickt mit Fotos gemeinsam mit Rainer Woijcikowski. "Verantwortlich dafür sind allgemein die Wegnahme des Lebensraumes durch Bautätigkeit, Zersiedelung, Versiegelung/Asphaltierung oder landwirtschaftliche Nutzflächen.

" Zwar können sich einige Falter an vielen, restlichen Orten zurechtfinden und anpassen, das Gros sei aber mehr oder weniger auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. "Für uns hier in Heiligenhaus reicht es nicht aus, dass im Garten ein Sommerflieder steht, das hilft nur kurz. Das Leben eines Schmetterlings erstreckt sich über Ei, Raupe, Puppe und schließlich Falter. Deswegen müssen auch unbedingt Raupenfutterpflanzen zur Verfügung stehen.

Wildwiesen sowie verschiedene Heckenpflanzen sind sehr hilfreich", sagt der Schmetterlingsfachmann. "Falter helfen nicht nur bei der Bestäubung mit und sind damit unerlässlich für das ökologische Gleichgewicht im Rahmen einer Nahrungskette. Sie dienen auch als Indikatoren der Umwelt." Falter seien erheblich sensibler, "deren Lebensraum kann vor allem durch Zerstückelung der Landschaft vernichtet werden." In Heiligenhaus könne man etwa 25 bis 30 Arten von Tagfaltern und, so die Beobachtungen Borbes, etwa 363 Arten von Nachtfaltern beobachten.

"Zu den ersten Tagesfaltern gehören Zitronenfalter, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und C-Falter gehören zu den ersten. Sie fallen in der noch etwas kargen Vegetation mit ihren Farben deutlich auf." Mit dem prinzipiell immer größer werdenden Nahrungsangebot lassen sich dann auch Aurora-Falter, Bläulinge und später auch weniger bekannte Arten wie Schornsteinfeger, der kleine Feuerfalter und ganz selten auch der Schwalbenschwanz erblicken.

Bei den Nachtfaltern reicht das Spektrum der untersuchten Arten von Eulen und Schwärmern, Glucken und Sackträgern zu Spinnern und Spannern. Borbe animierte die Teilnehmer zu eigenen Versuchen mit der Ködertechnik durch eine Anlockung mit einer Alkohol-Zucker-Mischung. Dazu hatte er Proben verteilt. "Eine Teilnehmerin aus Isenbügel meldete sich inzwischen und berichtete, dass sie in kurzer Zeit gleich mehrere Nachtfalter anlocken konnte.

Sie zeigte sich überrascht und begeistert über Größe und Anzahl und möchte gern weitermachen und neue Nachtfalter kennenlernen", freute sich Borbe.

(sade)
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