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Heiligenhaus
Caritas will sich ganz neu aufstellen

Heiligenhaus. Gesellschaft und Verband im Kreis Mettmann werden stärker kooperieren. Das langfristige Ziel ist eine Fusion. Von Henry Kreilmann

Der 12. August 1906 ist ein Sonntag. 18 Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Suitbertus folgen an diesem Tag einer Einladung von Pfarrer Joseph Pauen. Gemeinsam wollen sie im gut 6.800 Einwohner starken Heiligenhaus einen Verein gründen.

Ziel des neuen Vereins: "Die Schaffung einer ambulanten Krankenpflege, einer ,Bewahrschule' für kleine Kinder, einer Handarbeits- und Haushaltungsschule für große Mädchen sowie die Fürsorge für alte Leute und verwahrloste und verwaiste Kinder", heißt es in der Chronik.

Hochgesteckte Ziele, von denen sich allerdings nur ein Teil verwirklichen ließ. Es war die Geburtsstunde der Heiligenhauser Caritas, die bis heute im städtischen Bild verankert ist. Das Seniorenheim St. Josef, die Kindertagesstädten Hetterscheidt und Südring, das Familienzentrum Nonnenbruch sowie das Begegnungszentrum Ludgerustreff sind heute mit insgesamt 125 Mitarbeitern unter dem Dach der noch eigenständigen Heiligenhauser Caritas-Gesellschaft versammelt.

Zukünftig will man enger mit dem Caritasverband im Kreis Mettmann kooperieren. "In beiden beschlussfassenden Gremien wurde lange beraten, nun steht das Ergebnis fest: Wir wollen enger zusammen arbeiten und streben mittel- bis langfristig eine Fusion an", sagt Thomas Beuse, Geschäftsführer der Caritas-Gesellschaft Heiligenhaus.

Die Mitarbeiter habe man über diese ersten Schritte und Ziele in der vergangenen Woche bereits informiert und von ihnen ein positives Echo erhalten, erklärt der geschäftsführende Vorstand des Caritasverbandes im Kreis Mettmann, Michael Esser. "Die Mitarbeiter werden weiterhin unter dem Flammenkreuz der Caritas arbeiten."

Ziel sei es, sichere Arbeitsplätze zu gewährleisten und Kompetenzen zu bündeln. "Wir wollen auch im Qualitätsmanagement auf Synergieeffekte setzen, wie etwa bei Mitarbeiterschulungen." Insgesamt 550 Mitarbeiter hat die Kreis-Caritas, die mit der Schuldnerberatung, der Migrationsberatung sowie dem ambulanten Pflegedienst bereits in Heiligenhaus aktiv ist.

"Wir möchten unsere Arbeit enger verknüpfen, um dadurch Angebote ausbauen oder überhaupt erst anbieten zu können. Vielleicht werden wir in Heiligenhaus auch noch mal ein neues Gebäude errichten", meint Beuse. "Wie diese Zusammenarbeit sich gestaltet, darüber diskutieren wir derzeit. Erst einmal haben wir die konstitutionellen Grundvoraussetzungen geschaffen, und wir haben keinen Zeitdruck." Eine finanzielle Schieflage des Heiligenhauser Vereins sei kein Grund für die Kooperation, "die Heiligenhauser Caritas-Gesellschaft ist gesund", erklärt Beuse. "Die Gründe für die Zusammenarbeit liegen vor allem in gesetzlichen Veränderungen in der Altenhilfe, die zukünftig noch stärker zwischen ambulanter und stationärer Betreuung unterscheiden werden", fügt Esser an. Herausforderungen, die man zusammen angehen will. Außerdem möchte man die Arbeit im interkulturellen, im familiären sowie im Demenz-Bereich intensivieren, außerdem denke man über die Gründung von Fördervereinen nach. Beuse: "Das Angebot der Heiligenhauser Caritas dürfte in fünf Jahren umfangreicher sein."

Quelle: RP
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