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Ratingen
CDU: Neues Rathaus belebt die City

Ratingen. Der Umzug in den D 2-Park ist für die CDU-Fraktion keine Alternative. Rund 400 Mitarbeiter könnten den Handel ankurbeln. Von Norbert Kleeberg

Die Diskussion um den Neubau des Rathauses nimmt weiter an Fahrt auf. Für die CDU kommt ein Umzug in den D 2-Park nach dem Weggang von Vodafone überhaupt nicht in Frage. "Wir sind mitten im Vergabeverfahren. Ein Abbruch würde für die Stadt Ratingen und seine Bürger einen Verlust in Höhe von mehreren Millionen Euro bringen", so der Tenor bei der Fraktionssitzung am Montagabend. Die Mitglieder der CDU-Fraktion lehnten in ihrer Sitzung einstimmig eine Aufgabe des Rathaus-Projektes ab. Und so hat auch die SPD entschieden. Die Kosten für das Bauvorhaben liegen bei mehr als 31 Millionen Euro. Die Argumente liegen aus Sicht der Christdemokraten auf der Hand: "So schätzen wir die in den vergangenen zehn Jahren bereits getätigten Investitionen für die Planungen und Gutachten auf mindestens 3,5 Millionen Euro, die unwiderruflich verloren wären", urteilt Ewald Vielhaus, der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Die Diskussion über einen möglichen Umzug der Mitarbeiter in den D 2-Park komme außerdem zu einer denkbar schlechten Zeit. "Wer macht sich schon die Arbeit der Bewerbung, wenn mitten in der Vergabephase der Stadt ernsthaft der Abbruch des Projektes droht?", fragt Gerold Fahr, der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende. "Wir bleiben dabei: Es bleibt beim Rathaus-Projekt." Die CDU sieht außerdem die Gefahr, dass über sieben Millionen Euro an Fördermitteln (davon 3,5 Millionen Euro für das Rathaus-Projekt) verloren gehen könnten. "Natürlich ist der Kauf einer rund 25 Jahre alten Büroimmobilie auf den ersten Blick billiger als ein Neubau. Schließlich hat der Bau aus den 90er Jahren ja auch die Hälfte seiner wirtschaftlichen Nutzungsdauer bereits hinter sich."

Schneller werde es aber auch nicht gehen, da 2019 erst die notwendigen Umbauten und Renovierungen beginnen könnten. Die Kosten für die nötige Sanierung, Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten seien nicht kalkulierbar, so Vielhaus. Unabhängig von dem für die Stadt Ratingen "nicht abschätzbaren Millionen-Verlust" ging es in der CDU-Fraktionssitzung auch um den Standort außerhalb der Innenstadt: Schließlich würden die rund 400 Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch die City beleben und Handel und Gastronomie stärken. "Ein Rathaus ist für seine Bürger da und gehört einfach in eine Innenstadt", so die CDU-Fraktion.

"Neben dem finanziellen Aspekt ist der symbolische Wert eines Rathauses im Herzen der Stadt als Legitimation der Selbstverwaltung nicht zu unterschätzen", betont auch Stadtverbandesvorsitzende Melanie Meyer. Die Teilnehmer der Fraktionssitzung betonten: "Wir müssen das Thema ganz schnell beenden, damit auch der Teilnahme-Wettbewerb weiter laufen kann. Es ist gefährlich, wenn langfristig gefasste Beschlüsse ständig wieder von Grund auf populistisch diskutiert werden."

Und was sagen RP-Leser zum Standort des Rathauses in der Innenstadt? Thomas Fechner betont: "Das Ratinger Rathaus ist ein Prestige-Objekt Ratinger Politiker. Ich bezweifle, dass irgendein Politiker auch nur im Geringsten an irgendwelche Vor- und Nachteile der Bürger denkt." Es gehe "um die Befriedigung persönlicher Profilneurosen".

Heino Grothkop meint: "Rathaus und Stadtverwaltung passen ideal in den D 2-Park. Wir würden viel Geld sparen, was an anderen Stellen sehr gut zu gebrauchen wäre!" Horst Becker, der frühere FDP-Fraktionschef, betont: "Ein neues Rathaus in der Stadtmitte ist städtebaulich und wirtschaftlich ein Gewinn!"

Quelle: RP
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