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Ratingen
CDU will Regionalflughäfen stärker nutzen

Ratingen. In der Region droht noch mehr Lärm, doch ein neues Konzept könnte eine Entlastung bringen.

"Niemand ist gegen den Düsseldorfer Flughafen. Natürlich sehen wir die gesamtwirtschaftliche Bedeutung für unsere Region und insbesondere für Ratingen. Aber wir unterstützen die Initiative Ratinger gegen Fluglärm, weil die Auswirkungen des Antrags auf Kapazitätserweiterung für unsere Stadt und eine Vielzahl unserer Bürger gravierend sind", erklärt Ewald Vielhaus, CDU-Fraktionsvorsitzender und Mitglied der Flughafenkommission. "Wir hoffen, dass viele Bürger die Möglichkeit, gegen den Antrag Einspruch zu erheben, nutzen werden."

Die Postkarten müssen der Initiative bis zum 1. Juli vorliegen; sie übergibt dann alle Einsprüche am 8. Juli der Bezirksregierung Düsseldorf.

Bereits im Jahr 2013 hatte sich die Flughafenkommission und 2014 auch der Stadtrat in einem interfraktionellen Antrag gegen die geplante Kapazitätserweiterung gewehrt.

Die Fakten sind hinreichend bekannt: Der Düsseldorfer Flughafen möchte mehr Flüge, Starts und Landungen abwickeln. Konkret sind das statt der derzeit etwa 262.000 Flugbewegungen dann rund 318.000 Flüge.

Viele Gründe sprechen aus Sicht der CDU gegen die 30 Prozent mehr Flugbewegungen pro Stunde; Auswirkungen hätte dies nicht nur auf die Bürger, die dann stärker unter Lärm und vermehrtem Schadstoffausstoß leiden würden, sondern auch auf den gesamten Verkehr im Umkreis des Flughafens. Schließlich stelle sich auch die Frage nach der Zukunft der übrigen Regionalflughägen in Nordrhein-Westfalen: "Die Flughäfen Weeze, Dortmund, Paderborn und Münster könnten den zusätzlichen Bedarf an Touristikflügen übernehmen - das muss nicht ausschließlich der Flughafen Düsseldorf sein ", so Vielhaus.

"In dem Zusammenhang kritisieren wir auch die rot-grüne Landesregierung, denn seit 2010 ist das Luftverkehrskonzept bereits ausgelaufen. Es stammt übrigens aus dem Jahr 2000 und beinhaltet Fakten aus den 90-er Jahren. Der Luftverkehr hat sich seitdem aber völlig gewandelt. Wir brauchen dringend aktuelle Fakten, damit wir die Entwicklung des Luftverkehrs zuverlässig beurteilen können."

Ludger Dohm, Sprecher der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens, hatte unlängst in der Stadthalle über die neuen Pläne gesprochen. "Die Erweiterung ist für uns dringend nötig, um im internationalen Vergleich bestehen zu können", sagte er und rechnete vor, dass rund 56.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt eng mit dem Flughafen verknüpft seien.

(RP/kle)
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