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Heiligenhaus
Chor Frohsinn sucht neuen Kapitän

Heiligenhaus: Chor Frohsinn sucht neuen Kapitän
Chorleiter Hermannjosef Roosen hat den Chor erfolgreich nach vorne gebracht. Nun sucht Frohsinn einen Nachfolger. FOTO: blazy
Heiligenhaus. Der erfolgreiche Leiter Hermannjosef Roosen verlässt den Chor. Ein neuer Leiter wird gesucht, der soll spätestens nach den Sommerferien vorgestellt werden. Von Sandra Kreilmann

Im Jahr 2013 ist wenig geblieben wie es war beim Frohsinn. Zu Anfang des Jahres noch ein klassischer Männergesangverein, ist der Chor zum Ende des Jahres zu einer "Vokalen Holding" geworden. Neue Begrifflichkeiten, vor allem aber ein neues Konzept hatte der neue Chorleiter Hermannjosef Roosen mitgebracht.

Nach dem Tod des langjährigen Chorleiters Franz-Josef Wammers hatte er den Chor übernommen und mit Blick auf die schwindenden Sängerzahlen gefragt: "Wie soll mein Chor im Jahr 2020 ausschauen?" Bemühungen um Nachwuchssänger gehörten dazu, vor allem die Gründung eines Frauenchors, der Ladies, war schwer erfolgreich. Dazu wurde das Repertoire radikal modernisiert. Das Ergebnis: Die Mitgliederszahlen stiegen, das Durchschnittsalter sank, "der neue Weg war notwendig und geschah wohl im letzten Moment", sagte Tenor Peter Ihle einmal gegenüber unserer Zeitung. Den eingeschlagenen Weg will man im Frohsinn weiter gehen, auch wenn Kapitän Hermannjosef Roosen in der vergangenen Woche, wie bereits berichtet, aufgrund schwerwiegender gesundheitlicher Gründe von Bord gegangen ist. Ein Abschied, der ihm nicht leicht gefallen sei, doch die Gesundheit gehe vor.

Geprobt wird allerdings weiter, potentielle neue Chorleiter stellen sich zur Zeit im Probenlokal Köpi3 vor. "Wir sind zuversichtlich, dass wir nach den Sommerferien einen neuen Chorleiter präsentieren können", sagt Marion Altenrath-Fritzke aus dem Chor-Management. Zumal man auch weiterhin mit Roosen in Kontakt stehe. Klar ist: "Wir machen weiter. Schließlich ist das nächste Jahr ein Jubiläumsjahr, und dafür lassen wir uns mit Sicherheit etwas tolles einfallen."

150 Jahre feiert der Verein im nächsten Jahr, ist damit der älteste im Ort. Während andere Chöre aufgrund von Mitgliedermangel nicht mehr auftreten, sind die Frohsinn-Chöre in ihren Konzerten, oder auf der Stadtfestbühne gefragt. "Und es wird weiter gehen. Der Männerchor, der Damenchor, aber auch gemischte Projekte werden weiterhin stattfinden. Die Weichen sind gestellt, der Chor hat eine langfristige Zukunft", so Altenrath-Fritzke.

Einigen der alteingesessenen Mitglieder sei es nicht leicht gefallen, die Veränderungen anzunehmen, Ihle selbst schließe sich da nicht aus. Die traditionelle Literatur der Männergesangvereine ist zumeist englischsprachiger Popmusik gewichen. Dazu erklärte Hermannjosef Roosen: "Keiner will mehr was über die deutsche Eiche hören, die Sänger, die heute mit dabei sind, haben selbst in ihrer Jugend die Beatles gehört." Noch bei der Neujahrsshow in diesem Jahr hat Roosen selbst Sinatras My Way in der deutschen Version angestimmt, da betonte er noch, dass das kein Abschiedslied sei. Der neue Chorleiter findet eine motivierte Truppe, die positiv in die Zukunft schaut und immer noch wächst. Warum? Da sind sich alle einig: "Singen macht einfach Spaß."

Quelle: RP
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