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Heiligenhaus
Das Alte Pastorat ist ein Museum auf Zeit

Heiligenhaus. Momentan stellen neun Künstler der Gruppe "Kunstquadrat" aus. Sie haben an der Hauptstraße eine Heimat gefunden. Von Sandra Kreilmann

Während auf der Hauptstraße am Sonntag vor allem die Kunst der Autotechnik begeisterte, fand sich an einer Stelle wieder der Blick in ganz andere Kunst. Wer das Alte Pastorat betrat, der ging bedächtig und mit großen Augen durch die Ausstellung des Kunstquadrates. Nachdem sich das Künstlerkollektiv im letzten Jahr das Gebäude an der Hauptstraße erobert hat, gibt es dort immer wieder Kunst zu entdecken - und die Besucherzahlen zeigen, dass das temporäre Zuhause des Kunstquadrates bei den Bürgern ankommt. "Das Gebäude des alten Pastorates ist mit viel Emotionen bei den Heiligenhausern verbunden, das spüren wir immer wieder, wenn wir die Tür öffnen", sagt Armin Schmidt, Künstlername Ming. Zu den Neanderland-Tatorten haben die Künstler das Haus das erste Mal mit Kunst bestückt, seitdem passiert das regelmäßig. Immer wieder gibt es hier neues zu entdecken, bekannte Werke sind noch zu entdecken, neue kommen ständig hinzu. Das Haus selbst steht seit 2008 leer, Strom und Wasser sind abgestellt. Trotzdem enterten die Künstler im letzten Jahr das Gebäude und toben sich dort aus. Zu Festen in der Innenstadt öffnen sie dann die Pforten. "Zum Stadtfest waren es über 450 Besucher", freut sich Schmidt. "Der Bedarf für einen zentralen Raum für Kunst ist offensichtlich da", sagt er. Mit dem Pastorat steht ein Gebäude im Fokus der Kunst, das nur ein Zuhause auf Zeit ist; das Grundstück, auf dem mal das Haus der Kirche stand, gehört zum Gelände-Verbund auf dem das Einkaufszentrum geplant ist. Um den Investor ist es jedoch derzeit still geworden. Den Kunstquadranten ist das nur recht. "Das Haus hier liegt gut, es gibt zahlreiche Räume, die man auch als Atelier nutzen kann", so Ming. "Wir sind der Stadt dankbar, dass wir in diesem Räumen arbeiten und vor allem unsere Kunst zugänglich machen können." Alternativen gebe es kaum: Das Arthouse im Rathauscenter ist seit Monaten geschlossen, "das leerstehende Gebäude der alten Hauptverwaltung von Kiekert wäre noch interessant, jetzt wo der Campus gebaut wird, dürfte auch die Strom und Wasser-Versorgung weniger problematisch sein", sagt Schmidt. Ob das etwas wird? Bürgermeister Heinisch hatte beim Campus-Richtfest angekündigt, aus der alten Verwaltung solle "etwas Schönes werden" - mit Hilfe von Mäzenen. Besitzer ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB).

Einstweilen fehlt es den Kunstquadratlern im Interimsmuseum an Strom und Wasser. Auf die Suche nach Zeit und Raum begab sich am Sonntag zum Beispiel Ralph Robisch im Dachgeschoss, Schmidt zeigte eine Installation zum Thema Freundschaft. Zum Kern des Kunstquadrates zählen außerdem Anneliese Schmidt, Anna Nwaada Weber, Detlef Kaiser, Gudrun Hausmann, Inge und Klaus Sievers, Markus Rykalski, Raoul Zahl, Sonja Brockers, Thomas Pischke,Ute Kaiser, Ute Küppersbusch und Anette Fink.

Quelle: RP
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