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Mit Uwe Schneiders
"Das ist eine tolle Anerkennung"

Mit Uwe Schneiders: "Das ist eine tolle Anerkennung"
Uwe Schneiders musste für den neuen Posten als Stadtbrandinspektor die Führung des Löschzugs Lintorf abgegeben. Das sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagt er im RP-Interview. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Uwe Schneiders ist Nachfolger von Heinrich von der Heiden als Stadtbrandinspektor. Sprecher der Freiwilligen Kollegen.

Wie fühlt sich das denn an, Chef von über 400 Freiwilligen Feuerwehrleuten zu sein?

Uwe Schneiders Das ist eine gute Frage. Die Truppe ist zwar fast so groß wie ein mittelständisches Unternehmen, aber aufgrund der Struktur der Freiwilligen Feuerwehr mit ihren Löschzügen ist es natürlich nicht möglich, ständig mit allen Frauen und Männern in Kontakt zu bleiben. Deshalb ist diese Masse an Menschen für mich so gar nicht vorstellbar.

Sie sind seit vergangener Woche Stadtbrandinspektor. Was verbirgt sich hinter dem Titel?

Schneiders Offiziell bedeutet das, dass ich der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr gegenüber dem Leiter der Feuerwehr, René Schubert, bin. In Ratingen wird das Ganze aber noch etwas anders gelebt. Durch unsere Satzung bin ich Abteilungsleiter für die Freiwillige Feuerwehr. Dazu kommt, dass ich im Wechsel mit den beruflichen Kollegen und meinem Stellvertreter Hendrik Schmitz aus Breitscheid die Funktion des A-Dienstes besetze. Das ist der oberste Einsatzführungsdienst, der bei größeren Vorkommnissen die Einsatzleitung innehat und die Verantwortung trägt.

Diese Verantwortung ist doch enorm, oder?

Schneiders Das ist definitiv so, von meinen Entscheidungen hängt im Zweifel sehr viel ab. Ich habe das Glück, dass ich mittlerweile seit 38 Jahren bei der Feuerwehr bin und unglaublich viele Einsätze, Übungen und auch Lehrgänge auf dem Weg zu meinem jetzigen Amt absolviert habe. Das bereitet auf sehr viele Situationen vor. Vollkommen sein ist trotzdem unmöglich, da jede Situation anders geprägt ist. Erfahrung hilft, aber trotzdem wäre es fatal, sich nur darauf zu verlassen. Jeder Einsatz ist anders und muss neu beurteilt werden. Trotzdem sind die Erfahrung und die Arbeit im Team dabei hilfreich.

Ist mit dem Posten ein Traum in Erfüllung gegangen?

Schneiders Es ist natürlich eine tolle Anerkennung, aber die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Als klar war, dass ich Nachfolger von Heinrich von der Heiden werden sollte, musste ich dafür die Führung des Löschzugs Lintorf aufgeben. Das war nicht einfach, schließlich habe ich mein komplettes Feuerwehrleben auf der Lintorfer Wache verbracht, davon fast 25 Jahre als Führungskraft. Es war schon eine einschneidende Veränderung in meinem Leben.

Dafür freut sich jetzt Ihre Familie, weil Sie mehr Zeit haben.

Schneiders Das stimmt. Ich kann auf einmal Sachen machen, für die ich vorher einfach keine Zeit hatte. Neben meiner eigentlichen Arbeit war es enorm aufwändig, einen Löschzug zu führen. Wir sind in Lintorf fast 70 Leute, das ist neben meiner Arbeit schon ein zweiter Halbtagsjob. Da habe ich es jetzt ruhiger.

Sie sind aber in Ihrem Löschzug trotzdem noch aktiv, oder?

Schneiders (lacht) Definitiv, das würde ich mir auch niemals nehmen lassen. Wenn ein Alarm kommt und ich keinen A-Dienst habe, bin ich selbstverständlich dabei. Ich bin Feuerwehrmann mit Leib und Seele, da bleibe ich doch nicht zuhause, wenn der Melder geht. Die vergangenen Jahre war ich in Lintorf bei den Einsätzen eigentlich immer Führungskraft, jetzt darf ich auch einfach wieder Teil der Mannschaft sein und ganz normal mitarbeiten.

Was fasziniert Sie an der Feuerwehr?

Schneiders Zum einen ist mir das durch meinen Vater Herbert natürlich in die Wiege gelegt worden. Aber die Kameradschaft, die vielen verschiedenen Typen, mit denen man in der Feuerwehr zusammen arbeitet, und die sich ständig weiter entwickelnde Technik auf den Fahrzeugen begeistert mich immer wieder neu.

Viele Feuerwehren klagen über Nachwuchsprobleme, wie sieht das in Ratingen aus?

Schneiders Mehr Ehrenamtliche können wir immer gebrauchen, aber wir sind schon sehr gut aufgestellt - auch mit unserer Jugendfeuerwehr, aus der in den vergangenen Jahren nahezu alle jungen Leute in den aktiven Dienst übernommen wurden.

WOLFGANG SCHNEIDER STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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