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Kreis Mettmann
Das Neanderland zeigt seine Kunst

Kreis Mettmann. Einen Querschnitt durch die aktuelle Kunstszene zeigt noch bis zum 16. Oktober die Ausstellung "Neanderland Art". Von Cordula Hupfer und Valeska von Dolega

Ein Objekt, komplett aus grünleuchtenden Neanderland-Flyern gefaltet - noch heimatverbundener kann man sich wohl kaum für eine Ausstellung im Neanderland bewerben. Monika Wellnitz aus Velbert hat es damit auch prompt in den erlesenen Kreis jener 25 Künstler geschafft, die sich derzeit im historischen Bürgerhaus Velbert-Langenberg bei der "Neanderland Art" präsentieren.

Ein echter Hingucker, findet auch Kreis-Sprecherin Daniela Hitzemann, die zu den Besuchern des gut besuchten Ausstellungsauftakts am Wochenende gehörte. Landrat Thomas Hendele hatte die Schau in Anwesenheit der Künstler und zahlreicher Gäste eröffnet. Keine lieblos abgespulte Routine-Veranstaltung, sondern ein von vielen geschätztes Ereignis, wie Sprecherin Daniela Hitzemann betont: "Gut, dass wir diese Ausstellung nicht haben sterben lassen, da sind sich alle Politiker einig." Die Schau, die ursprünglich Kreiskunstausstellung hieß und jährlich neu aufgelegt wurde, war eigentlich schon aus Kostengründen beerdigt, als CDU und FDP Ende 2013 eine Kehrtwende vollzogen und damit den Weg für die "Neanderland Art" ebneten. Als Plattform für die Kreativität im Neanderland wird sie wie ihre Vorgängerin geschätzt.

Alle zwei Jahre ruft der Kreis Mettmann nun die in ihm beheimateten Künstler zur Teilnahme auf. Beworben hatten sich diesmal 97 Künstler mit Wohnsitz, Geburtsort oder Atelier im Kreis Mettmann. Aus den etwa 270 eingereichten Arbeiten hatte eine Jury - bestehend aus Kunstsachverständigen und Vertretern der Kreistagsfraktionen - 37 Arbeiten von 25 Künstlern für die Ausstellung ausgewählt. Eines der wichtigsten Kriterien dabei war Vielfalt. Das umfassende Spektrum von Malerei und Grafik über Fotografie, Skulptur bis hin zu Assemblage und Performance ist nun vertreten, geschaffen von Gunnar Krabbe aus Mettmann, Roswitha Bohmann, Anita Herzog-Graf, Birgit Lemm, Heidi Luft, Anna Owsiany-Masa und Volker Rapp aus Erkrath, Sigrid Eilert, Rosemarie Johnen, Uwe Marzok und Monika Wellnitz aus Velbert, Reinhard Frotscher und Astrid Lenz aus Langenfeld, Stefan Geskes aus Leverkusen, Wolf de Haan, Gerda-Maria Schmidt und Frank Tappert aus Haan, Armin Schmidt aus Heiligenhaus, Klaus Stecjer aus Wülfrath, Jutta Wagner aus Hilden sowie dem Monheimer Helmut Welsch. Ein rein weibliches Quartett aus Ratingen und Heiligenhaus erfüllte die von der Jury gestellten Ansprüche an Originalität der künstlerischen Handschrift, Aktualität, handwerkliche Ausführung sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema. Ute Augustin-Kaiser, vielen als Teil des sogenannten Kunstquadrats längst bekannt, ist mit zwei Arbeiten vertreten. Vom Schmuckobjekt bis zur Keramik reicht die Ideenvielfalt der Heiligenhauserin. "Struktur I und II" heißen die nun gezeigten beiden Bilder, bei denen sie mit Acryl auf Leinwand aktiv war. Einen optischen Kontrapunkt bildet Hella Brandenburger. Im Brotberuf ist die studierte Kunsterzieherin Lehrerin am Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann, auch die freie Zeit verbringt sie bevorzugt kreativ. Ein Ergebnis ist "Angelus-Läuten", eine Fotocollage mit Acrylglas. Eine weitere Ratingerin ist Ulla Clemens. Die studierte Kommunikationsdesignerin beschäftigte sich quasi schon als kleines Mädchen mit Fragen wie: "Wann entsteht ein Muster, wann ein Zeichen, ein Buchstabe, eine Struktur, eine Schrift?" Die Antwort darauf, nämlich dass sich kleine Teile zu Mikrostrukturen, immer weiter zu einem großen Ganzen, verbinden, zeigt sie in diversen Bildern. Eins dieser auf großformatigem Büttenpapier hergestellten Aquarelle trägt den Titel "Planeten". Dafür werd das Papier mehrfach abgewaschen und immer wieder übermalt, bis "sie eine vieldeutige Aura entwickeln", wie sie es selbst beschreibt. So schreiben die entstandenen Mischtechnikbilder so etwas wie ihre eigene Geschichte. Unter Wasser zu fliegen lernen die Modelle bei der Vierten im Bunde, bei Kerstin Potthoff.

"Ich versuche bei Portraits immer neue Welten zu erschließen", beschreibt die studierte Architektin eine Vorgehensweise. Bei ihrem aktuellen Projekt "Underwater Scenes" entstehen bei diesen Ausflügen in liquide Regionen surreale Kosmen, die besonders fragil und schwebend wirken. Entstanden bei Exkursionen durch Deutschland und Spanien, demonstrieren die Fotos eine unerwarte gefühlvolle Art der Verdichtung als so etwas wie eine Fokussierung auf besondere Objekte.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 16. Oktober, täglich 10 bis 18 Uhr, im Bürgerhaus, Hauptstraße 64 in Velbert zu sehen. Der Eintritt ist frei. Während der Öffnungszeiten ist stets einer der ausstellenden Künstler vor Ort.

Quelle: RP
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