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Heiligenhaus
Das sind die Gesichter der Schlüsselregion

Heiligenhaus: Das sind die Gesichter der Schlüsselregion
Anna Borowska arbeitet in der Qualitätssicherung der Velberter Firma Stero. FOTO: Blazy Achim
Heiligenhaus. Der Verein Schlüsselregion beschenkt sich zum zehnjährigen Bestehen selbst: Mit einem Banner, auf dem 378 Mitarbeiter abgebildet sind. Zu sehen ist es am alten Bahnhof. Von Henry Kreilmann

Wer auf der Westfalenstraße fährt, dem ist es sicher schon aufgefallen: das große Banner, das seit Montag an den beiden Kornspeichern am alten Bahnhof hängt. Von weitem scheint das gut 60 Quadratmeter große Plakat einfach nur bunt zu sein, doch wer näher kommt, der kann viele einzelne Gesichter erkennen.

Insgesamt sind es 378 Menschen, die in Unternehmen in Heiligenhaus oder Velbert arbeiten und die eben genau dort, an ihrem Arbeitsplatz, abgelichtet wurden. Es sind 378 Mitarbeiter von insgesamt 13.000, die allesamt in Unternehmen beschäftigt sind, die vom Verein "Schlüsselregion" vertreten werden.

Ein Verein, der seit Jahren Unternehmen zusammenschließt, die hauptsächlich in der Schloss- und Beschlagindustrie tätig sind. Zum Geburtstag schenkte sich der Verein dieses Banner kurzerhand selbst - vor allem aber auch den Bürgern. Die können auf diesem Banner die ganze Bandbreite der Beschäftigung in der Region sehen. Fotograf Achim Blazy hat dafür 60 von insgesamt 170 Firmen besucht und die Mitarbeiter in ihrem Alltag fotografiert, in Produktionshallen, im Lager, an den Maschinen, die sie täglich bedienen oder auch im Büro.

"Wir wollten kein durchgestyltes Banner, bei dem alles durch den Photoshop-Filter muss, wir wollten Authentizität", erklärt Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion, der sich bei der Heiligenhauser Stadtverwaltung für die Bereitstellung der Fläche bedankt. Er und Bürgermeister Jan Heinisch sahen bei der offiziellen Vorstellung gestern mit den abgelichteten Mitarbeitern und Wegbegleitern noch einen Mehrwert: "Hätte man diese Collage vor 50 Jahren gemacht, hätte sie ganz anders ausgehen. So betrachtet, ist dieses Bild auch eine Momentaufnahme heutiger Arbeitskultur", so Heinisch.

Mitgemacht hat zum Beispiel Nathalie Wagner, Qualitätsbeauftragte bei der Heiligenhauser Firma Zismann Druckguss. "Das Projekt ist eine super Sache. Wir können einmal der ganzen Welt zeigen, was wir machen, wie unser Alltag aussieht." Jedes einzelne der Bilder, in Größe DIN A3, wurde zu einer großen Collage zusammen getragen. Zusätzlich konnte jeder der Teilnehmer sein eigenes Foto noch mal mit nach Hause nehmen. "Es sind tolle Fotos geworden und ich bin Teil von etwas Besonderem", findet auch Philipp Vitz. Der Vertriebsleiter bei der Velberter Firma Vitz Metallguss ist von der positiven Wirkung des Banners, aber auch von der des Vereins Schlüsselregion überzeugt. Und er hebt noch einen anderen positiven Effekt hervor: "Ich finde die Idee gut, einmal wirklich die Mitarbeiter zu zeigen, nicht immer nur die Geschäftsführer."

Ein weiterer Effekt: "Auf dem Banner ist auch , gelebte Integration' zu sehen, wie sie, meiner Meinung nach, nur durch Arbeit entstehen kann", sagt Thorsten Enge. Anna Borwoska, die in der Qualitätssicherung bei der Velberter Firma Stero Zerspanungstechnologie beschäftigt ist, kann dem nur zustimmen. "Man sieht, wie die Menschen hier arbeiten. Ich hätte nicht erwartet, dass das Ergebnis so gut wird. "

Viele Mitarbeiter wollten bei der Aktion mitmachen, nicht alle konnte man berücksichtigen, für Enge und sein Team, Gabriele Beutler und Alessa Wendland, sei das ein gutes Zeichen.

Ende November des Jahres 2006 hatten niederbergische Unternehmen gemeinsam mit den Städten Velbert und Heiligenhaus und der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK) den Verein Schlüsselregion gegründet. Und bereits nach 100 Tagen konnten die Verantwortlichen eine erste positive Bilanz ziehen: Schon zum ersten Netzwerktreffen im Februar 2007 kamen mehr als 100 Teilnehmer. Ein Zeichen, dass die Schlüsselregion Potenzial für die Zukunft hat. Nach zehn Jahren schreibt der Verein nun seine Erfolgsgeschichte mit den Mitarbeitern weiter.

Quelle: RP
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