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Adventstürchen Wir Warten (3)
Dem Bus eine Haltstelle voraus

Ratingen. Was tun, wenn man zu früh am Halt ist - und das Wetter rattenkalt? Von Gökçen Stenzel

KREIS METTMANN Das erste Adventswochenende war wunderbar, es ruft nach einer baldigen Wiederholung. Endlich war Zeit, mit den Freundinnen über den Hildener Weihnachtsmarkt zu bummeln, Überflüssiges einzukaufen und dick Machendes zu essen. Vom Trinken nicht zu reden.

Davon, also von den Getränken, gab es zu abendlicher Stunde beim Essen noch mehr - denn wir hatten vorgesorgt, und die Freundinnen aus dem nahen Dorf an der Düssel hatten es vorgezogen, mit dem Bus zu kommen. Und mit ihm auch wieder heim zu fahren.

Zum Ende des Mahls in einem wunderbaren Gasthof, im Hildener Osten gelegen, stellte sich die Frage nach der Verbindung. Also der Busverbindung in die große Nachbarstadt. Ein Blick ins Phone ergab: Der Bus kommt in zwölf Minuten. Wenn wir gleich aufstünden, würden die Freundinnen ihn leicht erreichen.

Wir gingen nicht wie immer, sondern zahlten erst artig, traten vor den Gasthof und siehe da: Die Haltestelle, die übrigens den gleichen Namen wie der Gasthof hat, liegt direkt vor dessen Tür.

Was tun? Zurückgehen kam irgendwie nicht in Frage, Warten in der Rattenkälte des späten Abends aber auch nicht. Also marschierten wir los, zur nächsten Haltestelle auf dem Weg des Busses, wir hatten ja noch neun Minuten Zeit und wollten sie nutzen. Nun läuft man rascher, wenn es nasskalt ist, und so kam es, dass erneut einige Minuten Zeit blieben, als der nächste Halt namens Frans-Hals-Weg erreicht war. Ohne zu zögern, liefen wir, das marschierende Trio, weiter, den nächsten Haltepunkt bereits fest im Visier. Ein Schulterblick zurück zeigte auf freier Strecke, dass der Bus, um den es ging, ebenfalls gleich die Haltestelle ansteuern würde. Also noch rascher jetzt, Beine in die Hand und los im Schweinsgalopp. Gleichzeitig mit dem Bus erreichten wir den Halt Heidekrug. Der Bus zischte ein wenig, wir keuchten ein wenig mehr. Die Freundinnen stiegen ein.

So ergeht es einem, wenn man doch eigentlich warten soll, erwarten steckt eigentlich dahinter. Und es doch nicht abwarten kann. Dann wird die Kolumne vom Warten zur Geschichte übers Rennen.

Quelle: RP
 
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