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Heiligenhaus
Demenz-Theater in der Kirche

Heiligenhaus. Jeden Sonntag seit drei Jahren besucht der Sohn seine Mutter im Pflegeheim. Sie ist dement, und so wird jeder Besuch zu einem neuen Kennenlernen und einem neuen Abschiednehmen. Solo-Künstler Markus Kiefer bringt das 90-minütige Theaterstück von Joop Admiraal am Sonntag, 16. August, 18 Uhr, in die Suitbertus Kirche. Als Programmpunkt des "orientierten Jahres für pflegende Angehörige und dementiell Erkrankte" hat Organisatorin Christel Prätorius mit dem Stück ein Stück gefunden, das das Thema Demenz mit Humor und Ernst angeht.

"Das Spannende ist das Wechselspiel, dem sich der Schauspieler aussetzt. Und wie er diese Gefühle erlebt", so Prätorius. Schauspieler Markus Kiefer agiert sowohl als Sohn, der seine Mutter in all den Facetten der Demenz erlebt, als auch als Mutter. Das Stück ist mehrfach preisgekrönt: Adolf-Grimme-Preis, Louis d'Or, Pulitzer Preis. Regie führt André Wülfing, begleitet wird Kiefer musikalisch vom Kontrabassisten Caspar van Meel. Der Eintritt ist frei, über Spenden würde man sich jedoch freuen, auch wenn das katholische Bildungswerk einen Teil der Finanzierung übernimmt.

"Es ist wichtig, über solche Plattformen das Thema Demenz aus der Tabuzone herauszuholen", so Prätorius. Solche Besuche gibt es schließlich in jeder Stadt, jedem Pflegeheim. "Früher sorgten die Eltern für die Kinder, und dann ist es irgendwann umgekehrt. Vertauschte Rollen." Weitere Programmpunkte der Veranstaltungsreihe sind die Entspannungstage für Angehörte und dementiell Erkrankte in Bad Honnef sowie die Ausstellung "Stufen der Demenz" von Alfons Demand, der sich von dem Thema "Demenz" zu 14 Werken hat inspirieren lassen, von denen eines, "Der innere Blick", den Flyer für die zweite Jahreshälfte des Orientierungsjahrs ziert.

Die Ausstellung beginnt am 24. November in der Kreissparkasse Düsseldorf.

(sade)
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