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Ratingen
Den Wärmelecks auf der Spur

Ratingen. Energieberaterin Susanne Berger hält auch bei Eigentümergemeinschaften Vorträge zum Thema Sanierung. Von Joachim Preuss

Endlich fallen die Temperaturen, endlich können die Thermografen ausrücken. Sie werden im Auftrag der Verbraucherzentrale (VZ) nachts Häuser mit speziellen Wärmebildkameras aufnehmen, um Leckagen in der Wärmedämmung aufzuspüren - wenn Hauseigentümer das bei Energieberaterin Susanne Berger bestellt haben und die Temperaturen unter plus Grad gefallen sind. Im Medienzentrum machte sie gestern gemeinsam mit Baudezernent Jochen Karl und Kreis-Umweltdezernent Nils Hanheide Werbung für die VZ-Aktion.

Sie richtet sich ausschließlich an den Endverbraucher, sagte Berger. Kommunen und Unternehmen bleiben also außen vor. Für Hausbesitzer bietet die Ingenieurin die Thermografie als Grundlage für eine umfassende Energieberatung an. Ein- und Zweifamilienhäuser werden so zunächst von außen auf Wärmeverluste untersucht. "Energetische Schwachstellen wie undichte Fenster und Türen, Heizkörpernischen, ungedämmte Rollladenkästen und Wärmebrücken lassen sich auf Thermografie-Aufnahmen meist gut erkennen." Sie zeigt auf den bunten Thermografien besonders krasse und leider nicht seltene Beispiele: So sind Heizkörper in ungedämmten Nischen von außen deutlich erkennbar, selbst die Halterungen kann man ausmachen. Dort verpufft wertvolle Energie.

Ohne Hintergrundwissen allerdings könnten die Wärmebilder auch falsch interpretiert werden, so Berger. Deshalb bietet die Verbraucherzentrale NRW die Gebäude-Thermografien nur in Verbindung mit einer anschließenden "Energieberatung bei Ihnen zu Hause" an. Das Komplettpaket kostet im Kreis Mettmann 165 Euro.

Baudezernent Kral setzt auf seine Mitarbeiter, die bei städtischen Gebäuden im Rahmen der Unterhaltung auf Wärmelecks stoßen: Sie würden spätestens bei der Sanierung beseitigt. Viele ehrgeizige Bauprojekte gebe es derzeit, bei denen die Einsparung von Energie höchste Priorität hat. Ein Vorzeigeobjekt ist auch dabei: "Der neue Mehrgenerationentreff in Tiefenbroich wird als Niedrigenergiehaus gebaut."

Auch bei bestehenden Objekten seien energetische Sanierungen geplant. Derzeit suche man noch ein geeignetes Objekt. So habe man bereits unter anderem den städtischen Seniorentreff an der Minoritenstraße ins Auge gefasst. Doch zunächst müsse man abwarten, ob der Treff nicht an die Lintorfer Straße verlagert werde.

Für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), bei denen wegen der schwierigen juristischen Lage oft ein immenser Sanierungsstau vorherrscht, bietet Berger an, bei den Versammlungen einen Vortrag zum Thema Energiesparen zu halten. Das sei gratis. Rechtliche Beratung allerdings könne sie nicht bieten, sagte sie gestern. Gerade in WEG herrscht oft Uneinigkeit, was Investitionen angeht, die sich erst nach Jahren bezahlt machen.

Nils Hanheide empfiehlt im Kreis Mettmann Unternehmen das seit Jahren erfolgreiche Projekt Ökoprofit. Weil dort "betriebswirtschaftlich" gedacht werde, falle die Überzeugungsarbeit auf sehr fruchtbaren Boden, freut er sich.

Quelle: RP
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