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Lintorf
Der Blues erobert die Manege

Lintorf. Das Konzert im Lintorfer Jugendzentrum war ein reiner Genuss. Von Wolfgang Schneider

Draußen wird es langsam aber sicher Herbst, kalte, dunkle Abende und Nächte. Und genau dann macht Blues Spaß, diese Musik aus den us-amerikanischen Südstaaten, die sich oft mit Wucht, manchmal aber auch mit Filigranität ihren Weg in die Seele der Zuhörer sucht.

Und wer in der Dumeklemmerstadt Blues sagt, der muss auch Manege sagen. Dafür lieferte das Jugendzentrum an der Jahnstraße mit der Bluesnacht am Wochenende einmal mehr den perfekten Beweis. Das war ein absoluter Genussabend, selbst für Menschen, die an sich gar nicht auf diese Art von Musik stehen - einmal mehr war es die Mischung, die da bis Mitternacht auf der Bühne stand der Erfolgsgarant.

Da waren zum einen die beiden dynamischen Amerikaner Joe Filisko und Eric Norden, die aus Chicago stammen und seit vielen Jahren in der Bluesszene weltweit ein fester Begriff sind. Und wer die beiden in der Manege beobachtet hat, der weiß auch, warum das so ist. Sie sind nicht nur Ausnahmemusiker, sondern so ganz nebenbei auch noch zwei charmante und unterhaltsame Entertainer, die das Publikum selbst dann für sich einnehmen, wenn sie noch keinen Ton gespielt haben.

Was sie dann spielten, war eine schmackhafte musikalische Zeitreise - traditioneller Blues aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, der in die Beine geht. Da war alles, was diesen Musikstil ausmacht, dabei - schwere, wuchtige Rhythmen, die nach und nach eine ungeheure Kraft entfalten.

Jan Mohr und seine Blackscratchers, die zum ersten Mal in der Manege zu Gast waren, boten dagegen eine ganz andere Richtung. Mohr ist ein Bluesgitarrist aus dem Lehrbuch, der sein Instrument und seine Musik liebt und das auch mit jedem Ton in den Saal transportiert. Seit über 20 Jahren ist er in den Clubs in Europa ein gerngesehener Gast, der auf eine Gruppe wirklich perfekt eingespielter Musiker zurückgreifen kann.

Und die brannten ein wahres Feuerwerk ab, eine Art Best of des Blues, aber das in einer ganz persönlichen Note, die Mohr den Stücken verlieh. Da musste selbst manch eingefleischter Bluesfan zweimal hinhören, was aber nicht weniger für Begeisterung sorgte.

Da auch der Einstieg in den Abend mit der Düsseldorfer Formation "The Blues Tones" sehr gelungen war, bleibt auch an diesem heißen Bluesband nichts anderes übrig, als einmal mehr den Hut vor den Verantwortlichen in der Manege zu ziehen. Das war ein Konzert der Extraklasse.

Quelle: RP
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