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Ratingen
Der Chef geht lächend - und wehmütig

Ratingen. Nach 40 Dienstjahren, 18 davon als Rektor der Minoritenschule, wird Kurt Ehrkamp in den Ruhestand verabschiedet - ein tiefer Einschnitt. Von Valeska von Dolega

Anerkennende und lobende Worte gab es für Kurt Ehrkamp schon vor dessen offizieller Verabschiedung. "Sie waren immer zuverlässig, fair und souverän", schrieb Familie Schmidt, deren Söhne er an der Minoritenschule unterrichtet hatte, zu einer mit Familienfotos illustrierten Torte. "Und die nötige Strenge hat auch nicht gefehlt."

Derlei wohltuende Sätze versüßten dem 66-Jährigen seinen letzten Schultag. Denn nach 40-jähriger Dienstzeit, davon 18 Jahre als Leiter der städtischen katholischen Grundschule Mitte, ist für den gebürtigen Lintorfer Schluss. "Der Ruhestand beginnt offiziell am 1. August", gibt Ehrkamp zu Protokoll. Bereits jetzt sagten Bürgermeister Klaus Konrad Pesch, der 1. Beigeordnete Rolf Steuwe, Schulrätin Andrea Terwint, Kollegium sowie die Vielzahl aktueller und ehemaliger Schüler nebst Eltern "Adieu". "Etwas wehmütig bin ich schon", gab er angesichts des Termins zu. "Wenngleich die vergangenen Wochen die Entspanntesten meiner gesamten Schullaufbahn waren."

Dem biologischen Alter geschuldet, hätte eigentlich bereits im vergangenen Jahr Schluss sein sollen. Das kam für den "Pädagogen alten Schlages", wie er über sich selbst sagt, der immer seine Idee, eine Schule als "Haus des Lernens und der Freude" umsetzen wollte, nicht in Frage. Seine Nachfolge war ungeklärt. "Ich habe ein Jahr länger gemacht, um den Übergang elegant, gut und fließend zu gestalten." Druckreif, wer seinen Posten übernehmen wird, ist noch immer nichts. Aber mit Gabriele Wilhelm, "sie ist noch länger an der Minoritenschule als ich", ist der Posten immerhin kommissarisch besetzt. "Die Leitungsstelle ist ausgeschrieben, unter den Kandidaten hat es eine Lehrerin bereits bis zur Vorstellungsrunde bei Schuldezernent Steuwe geschafft. "Aber eingestellt wird sie von der Bezirksregierung."

Nach dem Abitur hat Kurt Ehrkamp sich ursprünglich für BWL eingeschrieben. "Das war überhaupt nicht das Richtige", also hat er umgesattelt und wurde Pädagoge, unterrichtete am liebsten Sport und Mathe:"Das hat mir nie leidgetan, müsste ich mich noch mal entscheiden, würde ich das wieder so machen." Jenseits der Vermittlung der Lehrinhalte ging es ihm darum, Eigenschaften wie Sinn für Fleiß, Ordnung und Disziplin hochzuhalten: "Strenge und Güte, das muss man paaren."

Blickt er zurück auf die vergangenen 18 Jahre an der Minoritenstraße 12, erinnert er sich an einige pädagogische Schwerpunkte, die er als Direktor umsetzte. Die Einführung des Englischunterrichts in der ersten Klasse zählt dazu, ebenso das Thema Inklusion und nun die vermehrte Beschulung von Seiteneinsteigern. "Das wird im kommenden Schuljahr auf uns zukommen", eine Kollegin hat gerade eine Zusatzausbildung in DaZ, also Deutsch als Zweitsprache, absolviert.

Auch die Gestaltung des Drumherums der Schule betreute er aktiv, dass der Ausbau der Mittagsbetreuung länger dauert, ist doch klar: "Da muss man eben am Ball bleiben."

Quelle: RP
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