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Ianos Tzouvaras (19) Und Yassin El Allaoui (16)
Der Jugendrat ist ein guter Einstieg

Ianos Tzouvaras (19) Und Yassin El Allaoui (16): Der Jugendrat ist ein guter Einstieg
Yassin El Allaoui (rechts) und Yanos Tsouvaras, hier auf der Hauptstraße in Heiligenhaus. FOTO: achim blazy
Ratingen. Anfangserfolg stimmt optimistisch: Die beiden Schülersprecher suchen nach neuen, eigenen Wegen in die Politik.

Ianos, du warst Schülersprecher an der Realschule, Yassin du bist sein direkter Nachfolger. Was hat euch bewegt, dieses Amt auszufüllen?

El Allaoui Ich bin in der achten Klasse als Klassensprecher Mitglied der Schülervertretung geworden und war da schon einer der Kandidaten für den Schülersprecher, was ich ein Jahr später recht klar geworden bin. Ich war zu der Zeit schon sozial engagiert, habe mit meinem Vater ab und zu Asylbewerber besucht.

Tzouvaras Für mich war der Einwurf eines Mitschülers "Du schaffst das doch eh nicht" besonderer Ansporn, als ich mich auf die Liste für einen möglichen Schülersprecher schreiben wollte. Vorher hatte ich mich bereits in Schul-AGs engagiert. Mein Klassenlehrer hat mich dann auf die Wahlen vorbereitet, eine Einführung in Rhetorik gegeben, damit ich mich gut präsentiere.

Schülersprecher zu sein war für euch beide auch ein Einstieg in politische Aktivitäten - Stichwort Jugendrat. Wie bringt ihr euch da ein?

El Allaoui Ich hatte über die Schule davon gehört und mich dann bei Ianos näher informiert, wie das mit dem Arbeitskreis läuft. So haben wir dann mehr oder weniger gemeinsam die Neugründung vorbereitet. Ich wurde später tatsächlich in den ersten Jugendrat gewählt. Wir kümmern uns um kleinere Projekte für Jugendliche und vertreten die politischen Interessen der Jugendlichen in der Stadt - wie zum Beispiel den Bau eines Grillplatzes an der Skateranlage.

Tzouvaras Ich wollte es etwas für die Jugendlichen in der Stadt bewegen und bin so zum Arbeitskreis Jugendrat gestoßen. Sicher war die Rolle als Schülersprecher dafür eine relativ niedrige Einstiegshürde. Leider ist der AK selbst geschrumpft und ich habe dann ein knappes Jahr lang alleine mit Almuth Schildmann-Brack vom Jugendamt am Konzept gearbeitet, später hat uns auch Thomas Langmesser als Leiter des Jugendamtes unterstützt.

Welche Bedeutung hat die Realschule als UNESCO-Projektschule für euch und euer Engagement gehabt?

El Allaoui Die Wurzeln meiner Familie liegen in Marokko, wo Menschenrechte lange Zeit überhaupt keine Rolle spielten. Viele Schüler wissen so etwas nicht und auch nicht, was überhaupt in anderen Ländern passiert. Für mich persönlich war und ist es sehr wichtig, sich mit derartigen weltweiten Themen auseinanderzusetzen und so auch das Zusammenleben der Kulturen hier in Deutschland zu verbessern. Da gehören dann auch Inklusion und Integration dazu - zwei Bereiche, die an der Realschule inzwischen selbstverständlich von allen Schülern angenommen werden. Im Zusammenleben zeigt sich, dass das nicht nur Worthülsen sind.

Tzouvaras In einer gewissen Art und Weise haben die verschiedenen Unesco-Projekte natürlich schon zu einem besonderen Wertebewusstsein geführt. Die Intensität der Bearbeitung der sozialen Themen ist schon etwas Besonderes, Zumindest war das bei mir so. Es ist schade, dass die Unesco-Arbeit der Realschule noch immer viel zu wenig anerkannt wird.

Wie sieht eure persönliche Zukunft aus?

El Allaoui Ich werde zunächst mal die Realschule mit Quali abschließen und möchte dann gerne an der Gesamtschule mein Abitur machen. Danach kann ich mir ein Freiwilliges Soziales Jahr, gerne auch im Ausland vorstellen - auch, um mich in dieser Zeit über meine beruflichen Ziele klarer zu werden.

Tzouvaras Ich werde im kommenden Jahr mein Fachabi machen und plane danach ein duales Studium der Wirtschaftspsychologie. Politisch möchte ich meinen begonnenen Weg in der Jungen Union fortsetzen und mit in der CDU kommunalpolitisch engagieren und mit anderen Nachwuchspolitikern frischen Wind in die Partei bringen.

S. MÜLDERS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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