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Ratingen
Der Markt trotzt dem Baustellen-Tief

Ratingen: Der Markt trotzt dem Baustellen-Tief
Das Obst ist reif: Herbert Busch kommt gerne mit seinem Stand auf den Ratinger Markt. "Der ist einer der besten der Region", sagt er. Stadt und Händler müssten etwas tun, damit der Handelsplatz attraktiv bleibt. FOTO: abz
Ratingen. Rathausabriss und Umbau des Düsseldorfer Platzes drücken die Umsätze. Als Marktplatz ist Ratingen unangefochten Von Dirk Neubauer

Markthändler brauchen einen langen Atem. Und eine gute Kalkulation. "Ohne die können sie sich auch auf dem besten Wochenmarkt nicht lange halten", ist sich Herbert Busch sicher. Als der Gemüsebauer gewahr wurde, dass sich die RP für die Lage auf Ratingens zentralem Wochenmarkt interessiert, hat er sofort den Finger gehoben. Denn es soll nichts Falsches in der Zeitung stehen. So ein negatives Image ist schnell in den Köpfen und schwer wieder zu tilgen: "Der Ratinger Markt ist einer besten in dieser Region." Fleischspezialist Kevin Küsters bestätigt die Aussage: "Samstags haben wir hier Kunden aus Duisburg und Essen, die wegen des Marktes in die Ratinger Mitte kommen."

Unter der Woche, beim kurzen Schwatz am Kaffeebüdchen, klingt das manchmal anders. Natürlich merken auch die 33 mobilen Händler, dass Ratingen das Rathaus abgerissen und die 600 dort Beschäftigten in alle Himmelsrichtungen verstreut hat. Inklusive des Publikumsverkehrs mit Kunden, die früher nach dem Amtsgang schnell noch ein paar unbelastete Eier oder einen frischen Blumenkohl kauften. Und auch die Großbaustelle am Düsseldorfer Platz kostet Besucher. Markttag für Markttag. Darunter leiden die Marktbeschicker in der Innenstadt ebenso wie stationäre Läden.

"Zum Jahreswechsel haben zwei von sieben Obst- und Gemüseständen aufgegeben", berichtet Marktmeister Klaus-Dieter Blumentrath vom Ordnungsamt der Stadt. Auch er schiebt gleich ein "Aber" nach: "Das mag auch mit dem Generationenwechsel zu tun haben." Die Stadt achte sehr darauf, dass Produktvielfalt und Qualität auf dem Markt erhalten bleiben. Generell kann Blumentrath auswählen: "Wir haben pro Monat immer einige Anfragen von Händlern, die gerne auf dem Ratinger Markt verkaufen würden." Gut angenommen wurden laut Blumentrath die Düsseldorfer Ölmanufaktur mit ihren flüssigen Spezialitäten und die Nuss/Fruchtbar Akkabach, an der sich jeder sein Wunschmüsli zusammenstellen kann.

"Es muss Spaß machen, bei uns auf dem Markt einzukaufen", sagt Kevin Küsters. Mit seinem zehn Meter langen "Selbstfahrer", einem motorisierten Marktstand, füllte er die Lücke, die einer der Obst- und Gemüsestände hinterlassen hat. Küsters steht mittlerweile an allen drei Markttagen in Ratingen - dienstags, donnerstags und samstags. Und er profitiert nach eigener Aussage davon, dass es einen regen Austausch zwischen Ratingen und Düsseldorf gibt. Denn dort verkauft sein Mitarbeiter auf dem Carlsplatz; Kunden, die das mitbekommen haben, bestellen oft in Düsseldorf und holen das Fleisch dann in Ratingen ab. Und umgekehrt.

Im zuverlässigen Angebot sieht Marktmeister Blumentrath die Chancen für den grünen Markt von Ratingen. Ist der Einkauf hier teuerer als in Lebensmittelläden? Der aktuelle Eierskandal beweist erneut, wie kurzsichtig es ist, nur nach dem billigsten Preis zu schielen. Unterm Strich habe es sich bewährt, für gute Qualität ein wenig mehr zu zahlen, als anderswo eine Menge Ausschuss zu erwerben.

Quelle: RP
 
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