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Heiligenhaus
Der Putz-Tag wird immer beliebter

Heiligenhaus. Über 70 Helfer sammelten am Samstag Müll in der Stadt auf. Jedes Jahr helfen mehr Freiwillige mit. Von Henry Kreilmann

Der erste Einsatz lässt nicht lange auf sich warten: Knapp zwei Meter von einem Mülleimer entfernt, liegt eine weggeworfene Kaugummipackung auf dem Schotterboden des Parkplatzes an der Bahnhofstraße. Ein junges THW-Mitglied bückt sich und wirft den Dreck in einen der blauen Müllsäcke. Von diesen Müllsäcken wurden am Samstag so einige gefüllt, denn es war wieder einmal Dreck-Weg-Tag.

Über 70 Freiwillige packten dafür gemeinsam mit an, doppelt so viele wie die eigentlich angemeldeten 45 Teilnehmer. Die Bürger werden dabei von den Jugendabteilungen der Feuerwehr und des THW begleitet, dazu in Heiligenhaus lebende Flüchtlinge, Vertreter aus Parteien, Vereinen und dem Stadtmarketing. Das freut nicht nur Organisatorin Silke Thus. Sie hat im Vorfeld einige besonders vermüllte Ecken ausfindig gemacht: an der Rheinlandstraße zum Beispiel. Aber auch auf dem Panoramaweg und dem John-Steinbeck-Park gab es was zu tun.

"Wir haben hier früher schon alte Reifen mitten in der Stadt gefunden", erinnert sich Thus. Auch viel Papiermüll habe man einst im Gebüsch gefunden, "das war zum Teil sogar richtig eingegraben", sagt Aufräum-Helfer Ingmar Janssen.

Die Landschaftswächterin lädt seit sechs Jahren regelmäßig zum großen Aufräumen in der Innenstadt ein. Zu Beginn noch unter der Ägide der CDU und deren Aktion "Schönes Heiligenhaus", hat sich die Aktion seit einigen Jahren zu einer völlig überparteilichen Veranstaltung gewandelt. "Heute sind Vertreter wirklich aller Parteien dabei", freut sich Thus. Integrationshelfer bringen zudem regelmäßig Freiwillige aus den Reihen der hier lebenden Flüchtlingen mit.

Seit vergangenem Jahr ist auch der Stadtmarketing-Arbeitskreis "Kultur und Gesellschaft" mit an Bord. Eigene Dreck-Weg-Tage des Stadtmarketings in der Vergangenheit sind allerdings ins Wasser oder besser den Schnee gefallen", erzählt André Saar, städtischer Koordinator des Stadtmarketing. Man schloss sich kurzerhand der Aktion Silke Thus' zu einem gemeinsamen, großen "Dreck-Weg-Tag" an. "Wir hatten im vergangenen Jahr schon einen guten Erfolg mit vielen Teilnehmern, das gilt es nun regelmäßig zu wiederholen", sagt Saar. Als Belohnung für das zweistündige Aufräumen winkte am Samstag dann noch ein buchstäblicher Leckerbissen. "Bei uns gibt es nach dem Müll-sammeln Currywurst und Pommes sowie oder Chinakohl für die Muslime", verriet Veronika Wemmers von der Schlemmertrasse an der Westfalenstraße schon vorab. Sie sponserte nicht nur die leckere Belohnung, sondern half auch tatkräftig mit aufzuräumen. Handschuhe und Müllsäcke gibt es von den städtischen Betrieben, die Motivation haben die Teilnehmer mitgebracht, begleitet wurde die Aktion dabei von bestem Herbstwetter. "Die städtischen Mitarbeiter, die diese Aufgabe jeden Tag erledigen, kennen die Frustration, die diese Aufgabe mit sich bringt", so Bürgermeister Jan Heinisch. "Denn die Gefahr ist leider groß, dass schon bald wieder Müll dort liegt, wo aufgeräumt wurde. Und trotzdem ist es wichtig, dass man das am Aufräumtag die Menschen sieht, die den Müll der anderen wegmachen." Sicherlich stellvertretend für alle Helfer wünscht er sich: "Am schönsten wäre es natürlich, wenn erst gar nichts weggeworfen würde."

Quelle: RP
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