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Ratingen
Der Schulhof der Schweitzer-Schule taugt zum olympischen Parcours

Ratingen: Der Schulhof der Schweitzer-Schule taugt zum olympischen Parcours
Zur Eröffnung des Spielehauses auf dem Schulhof der Grundschule in Ost gab es eine Kinderolympiade. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Zu Anfang eine Testfrage: Elefantenrennen, Reifenkette oder Wassertransport, was davon ist olympisch? Dass auch ausgewiesene Sportkenner falsch liegen oder zumindest ins Grübeln kommen können, mag als Indiz dafür durchgehen, dass sich das olympische Wetteifern rasant vom antiken Vorbild emanzipiert hat.

Denn für die Grundschüler der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ging es bei ihrer hauseigenen Olympiade nicht bloß um höher, schneller, weiter. Sondern auch um Spaß, wie Konrektorin Gabriele Wibbels sagte. Und dazu verwandelte sich der Schulhof am Freitag in einen sonnendurchfluteten Olympia-Parcours mit zehn verschiedenen Stationen, zu denen auch Elefantenrennen, Reifenkette und Wassertransport gehörten. Nach dem Motto "Wir starten gemeinsam durch" fand erstmals die von ASS und vormals Ludgerus-Schule genannter Einrichtung der gemeinsam ausgetragene Sportwettkampf statt. "Eine Premiere", so Gabriele Wibbels. "Die Kinder sollen sich untereinander noch besser kennenlernen." Deshalb wurde beispielsweise nicht im Klassenverband um olympische Medaillen gekämpft. Per Los wurden die Teilnehmer Nationalmannschaften zugeordnet.

"Ich fand das Känguruhüpfen am besten", begeisterte sich Lea aus der Klasse 2a für eine Lieblingsdisziplin. Mit geschlossenen Beinen musste die Achtjährige dafür eine festgelegte Strecke abhüpfen. Es ging nicht bloß gegen die grausam tickende Stopuhr. Lea musste darauf achten, das in einem Eimer transportierte Stoffkänguru nicht zu verlieren.

"Das war ganz einfach", auch, weil Lea ja nicht allein war. Hinter jedem der Kinder stand quasi der Rest des jeweiligen Nationenteams. Bei Lea war das die Schweizer. Tobias (7) dagegen trat quasi im Trikot Großbritanniens an. "Das passt, ich lerne gerade Englisch." Sprachkompetenzen konnte auch er bloß beim Anfeuern einsetzen, denn ansonsten ging es für ihn und seine Mannschaft um Punkte beim Balancieren und dem Zonenwurf. Für Fine (6) "alles ein Klacks". Die Schülerin, die sonst in der 1c am liebsten im Kunst- oder Religionsunterricht sitzt, "Sport liebt und Englisch auch, aber die Hausis, die müssten nicht sein", kämpfte als Italienerin beim Balltrichter und Bobbycar fahren um Punkte. "Ballett ist aber noch besser."

Immer montags steht bei ihr Sportunterricht im Stundenplan und damit bewegungsambitionierte Kinder wie sie auch jenseits des Unterrichts in diesem Metier aktiv sein können, ist die ASS um eine Sportstätte reicher. Zu Turn- und Bewegungshalle wurde anlässlich der Olympiade das Spielehaus eingeweiht. Möglich machte dessen Anschaffung der schuleigene Förderverein. 3500 Euro wurden investiert, um das Holzhaus und Materialien wie Seile, Tischtennis- und Badmintonschläger, Bälle und Utensilien wie Gummitwist oder Pedalos anzuschaffen. Betreut wird das Spielhaus von den Dritt- und Viertklässlern. Die geben in den Pausen gegen Pfand die Accessoires heraus. Wer weiß, vielleicht ist eins der Sportgeräte bei den nächsten Olympischen Spielen an der Bruchstraße dann mit im Wettbewerb.

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