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Interview Detlev Czoske
"Der Schulsport braucht die Talstraße"

Interview Detlev Czoske: "Der Schulsport braucht die Talstraße"
Detlev Czoske, Vorsitzender des Stadtsportbundes: "Unsere Hallen und Plätze sind bis auf Kleinigkeiten in einem sehr guten Zustand." FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Detlev Czoske, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, spricht über die Herausforderungen für die Sportpolitik.

Das Thema Flüchtlinge ist in aller Munde.

Detlev Czoske Das ist auch bei uns ein großes Thema. Wir hatten bereits vor den Sommerferien einen Arbeitskreis mit vielen Beteiligten, der dazu getagt hat. Mittlerweile gehen die ersten Angebote ein, aber auch die ersten Anfragen aus den Unterkünften.

Was für Angebote?

Czoske Eine Yoga-Lehrerin hat zum Beispiel über uns angefragt, wo sie einen Raum für einen Kurs bekommen könnte, den sie ehrenamtlich für Flüchtlinge geben möchte. Wir unterstützen sie jetzt bei der Suche, wobei es sogar schon einige Optionen gibt. Dafür dass der Kurs voll wird, müssen dann andere sorgen, die Verwaltung oder die Wohltätigkeitsorganisationen, die in den Unterkünften tätig sind. Das können wir als Stadtsportverband nicht leisten.

Also alles gut in Sachen Sport und Flüchtlinge.

Czoske Es gibt sehr viel Engagement. Einige Vereine wie zum Beispiel der TuS Breitscheid, der TV Hösel, der ASC oder der TV haben schon spezielle Angebote gestartet. Viele Kinder aus Homberger Einrichtungen spielen beim dortigen TuS Fußball. Es läuft wirklich sehr gut. Mein TuS 08 Lintorf und viele weitere Vereine stehen grundsätzlich frei und offen für die Flüchtlinge zur Verfügung. So gibt es seitens des SV Hösel die Überlegung, ein spezielles Fußballangebot an den Start zu bringen. Mich freut das sehr.

Seltene Einigkeit im Ratinger Sport.

CZoske Nein, selten ist diese Einigkeit nicht. Vor allem im Breitensport wird sie schon sehr lange gelebt. Es gibt Kooperationen, in den Leichtathletik-Abteilungen hilft man sich gegenseitig. In diesen Bereichen war die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen schon immer gut. An manchen Stellen könnte das Miteinander sicher auch besser laufen, aber das ist ja nun normal bei der Masse von Angeboten. Kirchturmdenken gibt es im Großen und Ganzen in unserer Stadt bei den Vereinen allerdings nicht.

Besonders gespannt verfolgen die Sportler in der Stadt die Arbeiten am Sportentwicklungsplan. Gibt es da etwas Neues?

Czoske Die Studie dazu wird voraussichtlich am 10. September im Sportausschuss mit einer Handlungsempfehlung vorgestellt und geht dann durch die weiteren Gremien. Ich denke, dass der Rat dann Ende des Jahres den Auftrag an die Verwaltung geben wird, dazu eine Vorlage zu erstellen. Dann werden wir weiter sehen, weil damit auch der Sportflächenentwicklungsplan eng verknüpft ist.

Da liegt einiges brach in der Stadt, oder?

Czoske Das sehe ich anders. Unsere Hallen sind ähnlich wie die Freianlagen bis auf Kleinigkeiten in einem sehr guten Zustand. Wie es mit den städtischen Plätzen auf der Aue, am Breitscheider Weg und an der Talstraße weiter gehen wird, wird sich dann entscheiden, wenn wir den Bedarf in den Stadtteilen durch den Sportentwicklungsplan kennen.

An der Talstraße soll Wohnbebauung entstehen.

Czoske Das lehnt der Stadtsportverband ab. Die Anlage wird für den Schulsport benötigt und ist davon abgesehen als so etwas wie die grüne Lunge des Stadtteils geplant worden. Das kann man nicht einfach zubauen.

Wie sieht es mit dem alten Ascheplatz am Lintorfer Schulzentrum aus?

Czoske In dieser Form wird der nicht mehr benötigt. Während der kalten Jahreszeit wird er zukünftig gar nicht mehr genutzt werden, da die Schulen dann in der Halle sind. Eine Zeit lang war er Ausweichplatz für die Baustellen auf anderen Anlagen, aber auch das ist vorbei. Wir haben in Gesprächen mit den anliegenden Schulen allerdings klar den Auftrag bekommen, dass es hier Flächen für den Schulsport weiter geben muss - also eine Sprintbahn, eine Wurf- und Sprunganlage, dazu Kleinspielfelder und ein Multifunktionsplatz, so wie er an der Eishalle erbaut wurde, wären sicher nicht nur für den Schulsport und die Lintorfer Sportler eine Bereicherung. Das wäre also eine sehr gute Alternative.

Apropos Baustelle, es gab Kritik an der Verwaltung wegen der Stadion-Sperrung.

Czoske Die kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Das Problem der Rasenerneuerung war lang genug bekannt, es musste endlich gehandelt werden.

Der Stadtsportverband bemüht sich um verstärkte öffentliche Präsenz. Erfolgreich?

Czoske Sehr sogar; unsere Jugend hat zum Beispiel das Internetportal schnuppertraining.org entwickelt, in dem sich Interessenten aus allen Altersgruppen aus zahlreichen Angeboten von Ratinger Vereinen etwas Passendes aussuchen und ausprobieren können. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

KARL RITTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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