| 00.00 Uhr

Ratingen
Der weitere Weg ist oft der sichere

Ratingen: Der weitere Weg ist oft der sichere
Polizeihauptkommissarin Saskia Pletsch im Bereich der Fester Straße: Hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radlern, Unfälle geschehen aber eher selten. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Saskia Pletsch von der Polizei erklärt, wie sich Verkehrsteilnehmer an gefährlichen Stellen richtig verhalten. Von Karl Ritter

"Mal eben kurz!" Drei Wörter, die im Straßenverkehr schnell für gefährliche Situationen sorgen können. Mal eben kurz tritt zum Beispiel der junge Mann an der Bushaltestelle an der Brachter Straße hinter dem Bus auf die Fahrbahn - und das auf einer der verkehrsreichsten Straßen im Stadtgebiet. Polizeihauptkommissarin Saskia Pletsch kennt solche Situationen. Sie ist Verkehrssicherheitsberaterin für Ratingen: "Gerade an Bushaltestellen sieht man oft leichtsinnige Aktionen - mal eben kurz hinter dem Bus auf die andere Straßenseite laufen, aber das kann schnell schlimme Folgen haben." Denn für die Autofahrer ist der Fußgänger oft erst im allerletzten Moment zu sehen. "Dieses Bild ist aber nicht bloß typisch für die Brachter Straße", so Pletsch. Dabei wäre hier der korrekte Weg über die Straße so einfach: Die Ampel ist nur wenige Meter entfernt.

Das sieht im Bereich rund um Edeka Kels an der Fester Straße nicht viel anders aus. Die Polizistin, die ihr Büro nur wenige Meter entfernt in der neuen Wache hat, erlebt hier beinahe täglich gefährliche Situationen - Autofahrer, Fußgänger und auch Radfahrer provozieren hier oft Beinahe-Unfälle, passiert ist dort bisher allerdings nur selten etwas. "Hier kommen die Ausfahrten des Parkplatzes, der Tankstelle sowie in unmittelbarer Nähe drei einmündende Straßen zusammen. Das macht es für alle Verkehrsteilnehmer besonders wichtig, sich aufmerksam und defensiv zu verhalten", erklärt Pletsch. Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier besonders wichtig - und das nicht bloß, weil die Straßenverkehrsordnung sie eh vorschreibt. "Gerade an diesen unübersichtlichen Stellen ist es wichtig, nicht auf sein tatsächliches oder vermeintliches Recht zu beharren", findet die Expertin. Besonders problematisch hier ist - zusätzlich zu den vielen Einmündungen - auch die kurvige Führung der Fester Straße. Doch das hält eine Seniorin trotzdem nicht davon ab, an der breitesten Stelle die Straßenseite zu wechseln. Pletsch schüttelt den Kopf: "Dort vorne ist die Ampel, einige Meter weiter in Richtung Josef-Schappe-Straße wäre die Straße übersichtlicher und nicht so breit. An diesem Beispiel kann man gut erkennen, dass es manchmal der etwas weitere Weg ist, der letztlich der sichere ist. Einige Meter Umweg können dafür sorgen, dass keine Unfälle mit schlimmen Folgen passieren." Eine andere Stelle, die Verkehrsteilnehmer das eine oder andere Mal an ihre Grenzen bringt, ist der Peter-Brüning-Platz. Zwei Zebrastreifen, eine Stoppstraße - das überfordert so manchen. "Fußgänger am Zebrastreifen haben grundsätzlich Vorrang", informiert die Polizeihauptkommissarin. Deshalb sei es besonders wichtig, gerade an solche Kreuzungen vorsichtig heranzufahren.

Und dann war da noch die Sache mit dem Stoppschild. Jeder Autofahrer hat es in der Fahrschule gelernt, nur die wenigsten praktizieren es: Jeweils an Sicht- und Haltelinie muss das Fahrzeug komplett stillstehen. Erst dann darf die Fahrt fortgesetzt werden: "Gerade dieser Punkt ist am Peter-Brüning-Platz besonders zu beachten, um sich gut umsehen zu können, ob aus dem toten Winkel nicht doch jemand den Zebrastreifen überqueren möchte."

Zwei Zebrastreifen und eine viel befahrene Kreuzung: Der Peter-Brüning-Platz birgt Risiken. FOTO: Achim Blazy
Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ratingen: Der weitere Weg ist oft der sichere


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.