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Ratingen
Der Westen wärmt die Stadtmitte

Ratingen: Der Westen wärmt die Stadtmitte
Günter Komoss von der Fernwärmeversorgung der Stadtwerke im Kesselraum. Die Generatoren im Blockheizkraftwerk produzieren Strom und Wärme für West - und nun auch für Ratingen Mitte. FOTO: Dietrich Janicki
Ratingen. Der Ausbau des Fernwärmenetzes der Stadtwerke schreitet voran. Die ersten Leitungen sind bereits verlegt. Von Joachim Preuss

Was hat die Modernisierung unter anderem der LEG-Häuser mit dem Ausbau der Fernwärme der Stadtwerke zu tun? Die Antwort kennt Hans-Horst Sprenger, Technischer Prokurist der Stadtwerke: Weil die energetischen Umbauten der vergangenen Jahre Wirkung zeigen, habe sich die Abnahme von Fernwärme um etwa satte 20 Prozent verringert, so Sprenger. "Was machen wir damit?", habe man sich gefragt. So sei die Idee entstanden, damit städtische Gebäude in Mitte zu heizen. Außerdem gehe es um die Einsparung von CO2, um die Klimaziele der Stadt zu erreichen.

Zunächst sollen städtische Gebäude angeschlossen werden: darunter auch das neue Technische Rathaus am Stadion und die neue Flüchtlingsunterkunft gleich gegenüber. Auch die Eishalle und die Friedrich-Ebert-Schule wurden bereits angeschlossen.

Wärme ausgerechnet für die Eishalle? "Ja", sagt Sprenger", die sei unter anderem für die Lüftungsanlage notwendig, um Kondensation zu vermeiden. Feuchtigkeit könne zu Schäden an der Konstruktion führen.

Die Pumpen des Kraftwerks in West leiten die Wärme über große Rohre zu den Verbrauchern. FOTO: Janicki Dietrich

Die Bauarbeiten und die zeitweise Vollsperrung des Stadionrings sind nicht unbemerkt geblieben: "Wir hatten eine sechs- bis siebenwöchige Verzögerung durch Schichtenwasser", sagte Sprenger. Die Rohre wurden unter den Bahngleisen hindurchgepresst und übers Gelände des TV Ratingen verlegt. Ende Oktober graben die Leitungsbauer weiter in Richtung der Neubauten der Wohnungsbaugenossenschaft Ratingen (Wogera) an der Philipp-Straße. Die Bauarbeiten an dem Wohnbau-Projekt sind in vollem Gange. Man arbeite bei der Verlegung der Fernwärme-Leitung in 100-Meter-Schritten, so Frank Neumann, stellvertretender Abteilungsleiter Planen und Bauausführung. Ohne Vollsperrung gehe es nicht, die Anlieger könnten aber passieren.

A propos Anlieger, denen vor der Türe Leitungen verlegt werden: Auch Privatleute könnten sich ans Fernwärmnetz anschließen, so Sprenger. Die bisherige Heizung werde durch einen kleinen Wärmetauscher ersetzt. Der Eigentümer habe einen Raum mehr zur Verfügung und spare zum Beispiel Kosten für Heizungswartung, Schornsteinfeger und Abgasmessungen. "Bei Interesse können Anlieger unseren Betrieb kontaktieren", so Sprenger.

Etwa 2017/2018 wird die Fernwärme-Leitung auch das Calor-Carrée erreichen. Es wird bereits von eigener Fernwäme versorgt.

Quelle: RP
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