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Heiligenhaus
"Der Wiederaufbau wird Nerven kosten"

Gärtnerei in Heiligenhaus steht in Flammen
Gärtnerei in Heiligenhaus steht in Flammen FOTO: Feuerwehr Heiligenhaus
Heiligenhaus. Nach dem Großbrand in ihrem Gartenbaubetrieb hat Heike Possienke viel Arbeit - und viel Unterstützung. Von Paul Köhnes

Eine Woche nach dem Großbrand an der Friedhofsallee hat die Gartenbau-Expertin Heike Possienke wieder Sinn für Galgenhumor: "Das Jahr kann nur noch besser werden." Am Neujahrsmorgen hatte ein Großbrand - nach Polizeierkenntnissen ausgelöst durch eine Silvesterrakete - das Firmengebäude des Gartenbaubetriebs in Schutt und Asche gelegt. Sachschaden an Gebäude und Geräten: mehrere hunderttausend Euro.

"Aber das Geschäft läuft weiter", sagt die Besitzerin. "Denn für unser Büro und das Blumengeschäft an der Hauptstraße hat sich ja nichts geändert." Spontane Hilfe kam auch sofort: "Der Eigner des geschlossenen Obi-Markts in Hetterscheidt hat uns spontan Raum zur Verfügung gestellt - in der leerstehenden Warenannahme des Hauses. Den können wir so lange nutzen, bis der Baumarkt wieder verkauft oder vermietet wird", sagt Possienke.

Zu den guten Nachrichten zählt für sie auch diese: "Ein Mitbewerber hat uns spontan zwei Winterdienst-Trecker geliehen. Und wir sind schon wieder mit Kleinutensilien versorgt: Schrubber, Besen, Handfeger und Kehrbleche sind da." Aber im Kern ist es schon so: "In der Neujahrsnacht sind für uns 25 Jahre Selbstständigkeit verbrannt. Das ist eine böse Sache - und die Abwicklung wird noch Nerven kosten." Dass die Sparte "Gartenbau" des Geschäfts derzeit keine Saison hat, macht die Sache etwas leichter.

Zumindest die Versicherung hat sich nach Possienkes Worten "nicht negativ geäußert". Man hoffe eben, den Verursacher finden zu können. Geld kommt vorderhand aus dem Notfalltopf des Versicherers - problemlos. Und auch von anderer Seite kommt Unterstützung: "Peter Parnow von der städtischen Wirtschaftsförderung hat sich gemeldet und Hilfen aller Art in Aussicht gestellt", sagt die Chefin. Was der Betrieb jetzt braucht, ist eine dauerhaft nutzbare Halle, bis an der Friedhofsallee wieder alles steht. Dort war der Gartenbaubetrieb Mieter. Bis dahin müssen die Possienkes und ihre 25 Angestellten mit der Übergangslösung klarkommen. Die Erinnerungen an die Neujahrsnacht kommen dabei bei allen Turbulenzen des unglücklich erzwungenen Neustarts immer wieder hoch. "Wir haben noch geschlafen, als uns die Nachricht erreichte", erinnert sich Heike Possienke. Genau um 6.37 heulten in der ganzen Stadt die Sirenen. Zuvor war nach Angaben von Feuerwehrsprecher Nils Vollmar Folgendes geschehen: "Ein Teil der ehrenamtlichen Feuerwehrmannschaft feierte gemeinsam mit den Familien das neue Jahr in der Feuer- und Rettungswache an der Friedhofsallee. Am frühen Morgen kam ein Passant auf den Hof der Feuerwache gelaufen und meldete ein großes Feuer in der Nähe des Friedhofs. Die Helfer waren schon auf dem Weg, bevor die Leitstelle den eigentlichen Alarm auslöste. Aufgrund der Nähe zur Feuerwache und der extrem kurzen Ausrückezeit waren die Einsatzkräfte sehr schnell am Brandort."

Aller Höchstgeschwindigkeit zum Trotz dauerte der Einsatz bis in den frühen Nachmittag des Neujahrstags. Dann stand die Bilanz fest: Das angrenzende Wohnhaus konnte vor den Flammen gesichert werden. Der Gärtnereibetrieb selbst und ein Fahrzeugunterstand wurden dagegen komplett ein Raub der Flammen. "Eine Grundfläche von 600 Quadratmetern brannte völlig nieder", so Vollmar.

Heike Possienke und ihr Mann richten den Blick jetzt nach vorn. Ihre Erfahrung, eine Woche danach: "Wir haben echten, lieben Zuspruch."

Quelle: RP
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