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Ratingen
Desinteresse: Stadt beendet Partnerschaft mit Cramlington

Ratingen. Erinnert sich noch jemand an Cramlington? Die Stadt in Großbritannien gehörte seit längerer Zeit zu den vielen Partnerkommunen der Dumeklemmerstadt. Weil auf vor allem auf der Gegenseite kein Interesse mehr besteht, soll die Jumelage nun aufgelöst werden. Was aber bleibt, ist der Straßenname Blyth-Valley-Ring in Ratingen.

Im Jahre 1969 waren erste Kontakte geknüpft worden. Zweimal war Cramlingon danach von kommunalen Neugliederungen betroffen, so das Büro des Bürgermeisters. 1974 entstand durch einen Zusammenschluss der Städte Cramlington und Blyth sowie weiterer Ortschaften der Borough of Blyth Valley. Dieser neue Distrikt hatte mit Ratingen und Solingen, das ursprünglich mit der Stadt Blyth verbunden war, zwei deutsche Partnerstädte. Die offizielle Partnerschaftsurkunde mit Blyth Valley wurde 1986 unterzeichnet.

Im Jahre 2009 wurde der Verwaltungsbezirk Borough of Blyth Valley aufgelöst. "Seitdem ist Ratingen wieder mit der Stadt Cramlington ,verschwistert'. Cramlington hat in etwa den Status einer Bezirksvertretung, eine geringe finanzielle Ausstattung und nur beratende Funktionen. Blyth pflegt seitdem wieder partnerschaftliche Kontakte mit der Stadt Solingen", heißt es in Ratingen weiter.

Die letzte Aktivität in Sachen Partnerschaft war danach nur noch der Besuch des Jugendblasorchesters in England. Das Interesse auf Seiten der Briten sei aber sehr gering gewesen: "Nur ein Ratsmitglied, Councillor Barrie Crowther, der auch den Aufenthalt vor Ort organisiert hatte, war bei offiziellen Terminen und bei den Konzerten dabei." Er berichtete, dass viele Ratsmitglieder nur noch wenig Sinn in den Städtepartnerschaften sähen. Die Konzerte waren trotz freien Eintritts nur sehr mäßig besucht. Da in Cramlington nur noch sehr geringe finanzielle Mittel für das "Town Twinning" zur Verfügung stehen, musste der Aufenthalt in England fast ausschließlich von deutscher Seite finanziert werden. Das waren insgesamt etwa 23.000 Euro. Üblich sei aber bei solchen Besuchen, dass die Ausgaben vor Ort durch die einladende Stadt getragen würden, bei großen Gruppen erfolge zumindest eine deutliche Kostenbeteiligung, so die Verwaltung.

In diesem Jahr hätte man das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft feiern können. Die Stadt schrieb verschiedene Councelors (Bezirksvertreter) an: Es ging um Planungen für eine mögliche Feier. "Eine inhaltliche Antwort blieb leider aus", stellte man im Büro des Bürgermeisters lapidar fest. Im Juli richtete Bürgermeister Klaus Pesch eine offizielle Anfrage an den Town-Clerk, Bob Baker. Der Town-Clerk, frei übersetzt "Stadtschreiber", ist der leitende Beamte der Stadt Cramlington. Dieser teilte im August 2016 mit, der Rat in Cramlington habe beschlossen, die Städtepartnerschaft mit Ratingen aus finanziellen und personellen Gründen nicht fortsetzen zu wollen.

Die Verwaltung schlägt nun dem Hautausschuss und dem Rat vor, die Partnerschaft offiziell zu beenden.

Quelle: RP
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