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Stimme Aus Der Wirtschaft
Die Fähigkeit zum Kompromiss ist gefragt

Stimme Aus Der Wirtschaft: Die Fähigkeit zum Kompromiss ist gefragt
FOTO: Blazy Achim
Ratingen. Ein Unternehmen, das man einmal verprellt hat, kann schnell den Standort verlassen und kommt bestimmt nicht wieder. Mit negativen Folgen für die ganze Stadt.

Das Leben ist voll von Kompromissen - eigentlich weiß das jeder. Insbesondere die Politik lebt davon, weil sich gar nichts bewegen würde, wenn jeder auf seiner Position verharrt. Das sehen wir gerade bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin, wo sehr unterschiedliche Ansichten unter einen Hut bekommen werden müssen.

In Ratingen scheint mancher der Meinung zu sein, dass Kompromisse des Teufels sind - weshalb man dann lieber bei seiner (Extrem-)Position bleibt. Da will sich ein schon länger in Ratingen ansässiges Unternehmen vergrößern und viele neue Arbeitsplätze schaffen. Ein Unternehmen, das man aus Düsseldorf loseisen konnte und das wohl nicht unerheblich zum Gewerbesteueraufkommen der Stadt und damit zur Prosperität des Standorts beiträgt. Für die Erweiterung sind Abweichungen vom Bebauungsplan notwendig. Da wird dann dem Unternehmen unterstellt, dass es nur um ein lukratives Immobilieninvestment gehe. Und dass das Unternehmen sowieso in einigen Jahren wegziehe.

Ob der unter Beteiligung eines Mediators in drei langen Sitzungen gefundene Kompromiss hält, ist schon kurz nach Ende der Mediation fraglich. Weil der ein oder andere innerlich wohl doch keinen Kompromiss will und sein eigenes Süppchen kocht.

Zur Erinnerung: Ratingen geht es auch deshalb so gut, weil es hier viele interessante Unternehmen gibt, die durch ihre Gewerbesteuerzahlungen erheblich zur guten finanziellen Situation beitragen. Diese Unternehmen in ihrer Entwicklung zu blockieren, ist kontraproduktiv. Ein Unternehmen, das neue Arbeitsplätze am Standort schaffen will, dem man als Anwohner aber Empfehlungen gibt, welche Abteilungen ausgelagert werden können, dürfte sich nicht willkommen fühlen.

Deshalb: Kompromissfähigkeit ist angesagt. Das gilt für beide Seiten, darf aber nicht einseitig zu Lasten der Wirtschaft gehen. Denn ein Unternehmen, das man einmal verprellt hat, kann schnell den Standort verlassen und kommt bestimmt nicht wieder. Mit negativen Folgen für die ganze Stadt.

AXEL MAUERSBERGER

Quelle: RP
 
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