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Theo Leuchten
"Die Genossenschaft als Erfolgsprinzip"

Theo Leuchten: "Die Genossenschaft als Erfolgsprinzip"
Theo Leuchten (hier mit Hündin "Elise") ist Herr auf Gut Volkardey. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Ratinger ist Aufsichtsratvorsitzender der Volksbank, die vom Sommer an das städtische Leben stärker mitprägen möchte.

2015 wird ein einschneidendes Jahr für die Volksbank in Ratingen.

Theo Leuchten Einschneidend klingt mir etwas zu negativ. 2015 wird ein Jahr, in dem wir nach Jahrzehnten an unserem alten Standort an der Mülheimer Straße mit dem Umzug an den Marktplatz neue Wege gehen werden und uns völlig neu in der Stadt positionieren wollen. Wenn wir im Juni in die alte Commerzbank-Filiale ziehen, sind wir noch mehr Teil der Stadt. Das Potenzial der Filiale an der Mülheimer Straße ist abgearbeitet. Laufkundschaft haben wir so gut wie nicht, das wird in der zentralen Lage natürlich ganz anders sein.

Und deshalb engagieren Sie sich jetzt auch als Schirmherr im Karneval?

Leuchten Wir sind dem Karneval und dem Schützenwesen in der Stadt schon immer verbunden, waren in den 1980er ja schon einmal Schirmherr im Karneval. Aber als klar war, dass wir uns hier neu aufstellen wollen, haben wir gesagt, dass wir unter bestimmten Umständen vorstellen können, dass wir das noch einmal machen. Dann hat es dazu viele Gespräche gegeben mit Hubertus Brauer, dem Vorsitzenden des Karnevalsausschusses. Und in der Konstellation mit Peter Krümmel und seiner Frau Renate, die Zwillingsschwester meiner Frau und zudem auch Vertreterin der Volksbank Düsseldorf-Neuss ist, gab es einen Grund mehr, es in diesem Jahr zu machen. Zusammen mit unserem neuen Standort können wir uns so optimal den Menschen in der Stadt präsentieren, werden als ein wichtiger Bestandteil von Ratingen wahrgenommen, der wir auch sind.

Wie wird man eigentlich Aufsichtsratvorsitzender?

Leuchten Mein Vater hatte diese Position lange inne. Und als ich vor fast 30 Jahren in den Aufsichtsrat kam, wurde ich irgendwann gefragt, ob ich diesen Posten nicht übernehmen wolle. Ich habe zugestimmt und mache das immer noch gerne. Es macht mir viel Freude, weil das genossenschaftliche Prinzip ein absolutes Erfolgsprinzip ist. Bei uns ist es von großer Bedeutung, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates Bezüge zur Basis haben und wissen, was dort, wo wir unsere Filialen haben, interessiert.

Ist das nicht ein sehr arbeitsintensiver Posten?

Leuchten Das macht man nicht so eben im Vorbeigehen. Die Sitzungen erfordern eine gewissenhafte Vorbereitung und zudem Sachkenntnis, die durch jährliche Fortbildungsmaßnahmen aufgefrischt wird, um eben unsere Verantwortung zur Aufsicht über den Vorstand gerecht zu werden. Das ist auch ein grundsätzliches Problem, dass die Gewinnung von qualifizierten Kandidaten sehr schwierig macht.

Zum Glück haben Sie aber einen Beruf, der zu diesem Ehrenamt einen angenehmen Ausgleich bildet.

Leuchten Die Arbeit mit den Pferden ist etwas Wunderbares. Wir züchten ja nicht bloß, wir bilden die Tiere für den Reitsport aus. Diese Ausbildung dauert in der Regel rund drei Jahre. Man gewöhnt sich an die Tiere, lernt sie kennen. Und dazu kommt, dass wir sie ja schon teilweise in der vierten Generation hier haben und Verhaltensweisen erkennen, die auch schon Großmutter und Mutter hatten.

Das Gut Volkardey und das benachbarte Gut Noesenberg sind seit 1931 in Familienbesitz. Eine große Verantwortung, oder?

Leuchten Eigentum verpflichtet, zumal in solchen Fällen, wo diese Höfe ganz markant das Erscheinungsbild eines Landstrichs prägen wie hier. Das ist nicht immer einfach. Und dafür ist die Unterstützung von Stadt und Kreis sehr wichtig.

Inwiefern?

Leuchten Es ist so, dass Höfe in dieser Größenordnung nicht mehr gebraucht werden. Auf Gut Volkardey zum Beispiel sind wir dabei, neue Nutzungskonzepte für die alten Stallungen zu entwickeln, die nicht mehr gebraucht werden. Das geht aber nur, wenn die Stadt und der Kreis entsprechende Konzepte positiv begleiten und genehmigen. Der Erhalt solcher Hofanlagen kann dauerhaft nur gelingen, wenn eine wirtschaftlich vernünftige Nutzung möglich ist. Die Unterhaltung leerstehender Gebäude kann sich niemand leisten. Gibt es keine Genehmigung für eine andere Nutzung, würden solche Bauten irgendwann sich selbst überlassen. Und das kann ja niemand wollen. Fakt ist nun aber einmal, dass auf es vielen Höfen leerstehende Stallgebäude gibt, die nicht mehr für die Tierhaltung genutzt werden. Und es kann niemand von einem Eigentümer verlangen, dass er den Unterhalt für ein Gebäude zahlt, das überhaupt nicht mehr gebraucht wird.

KARL RITTER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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