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Ratingen
Die Jugend feiert friedlichen Karneval

Ratingen: Die Jugend feiert friedlichen Karneval
Tanzen im kleinen Kreis: Bei der Jugendparty in der Stadthalle herrschte am frühen Nachmittag noch gähnende Leere. Erst zum Abend hin füllte sich die Halle wie in den Vorjahren. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Auf dem Marktplatz herrschte buntes Treiben, doch in der Stadthalle herrschte zunächst gähnende Leere. Von Joachim Preuss

Die Zahl der erkennbaren Sicherheitskräfte war höher als in den vergangenen Jahren. Dennoch, so betonten gestern Vertreter von Polizei, Jugendamt, Ordnungsamt und Feuerwehr, sei man dem bewährten Sicherheitskonzept gefolgt, das man schon seit längerer Zeit für die Weiberfastnachtparty auf dem Marktplatz anwende.

Hinweise auf irgendwelche besonderen Gefahrenlagen, so Polizeichef Elmar Hörster, habe es ohnehin nicht gegeben. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Köln seien aber auch zusätzliche Kriminalkommissar-Anwärter auf der Straße unterwegs gewesen, jeweils begleitet von "ausgewachsenen Beamten". Viel zu tun gab es allerdings nicht. Ein Platzverweis, ein Randalierer, so die vorläufige Bilanz. Als Jugendschutzstreifen mischten sich auch Rainer Herbrand und Udo Wilke mit Kollegen der Kriminalprävention in Zivil unters Narrenvolk und achteten auf Schnaps bei unter 18-Jährigen. Einige wenige wurden ertappt und zeigten sich sogar einsichtig.

Michael Hansmeier vom Jugendamt berichtete davon, dass deutlich weniger jüngere Jugendliche zum Marktplatz gekommen seien. In Gesprächen mit besorgten Eltern, denen das ehemals heftige - weil früher unkontrollierte - Treiben auf dem Markt noch in guter Erinnerung war, habe er "als Deal" die Party in der Stadthalle angeboten: "Dort haben wir alles viel besser im Blick und unter Kontrolle." Mitarbeiter des Ordnungsamtes, so Chefin Barbara Arndt, haben in den vergangenen Tagen gezielt in Supermärkten und Kiosken zum Thema Alkohol und Jugendschutz informiert. Zumindest bis zum frühen Nachmittag waren auch keine minderjährigen Schnapsleichen auf dem Marktplatz zu beklagen. Die wenigen Einsätze der Malteser in den Unfallhilfsstellen am Markt und später vor der Stadthalle galten zunächst auch nur Kleinigkeiten, so Jan Neumann, Einsatzleiter bei der Feuerwehr. Auf der Hauptwache hatte man, sicher ist sicher, einen zusätzlichen Rettungstransportwagen der Johanniter stationiert.

Hansmeiers einziges Sorgenkind ist und bleibt die Party auf dem Marktplatz. Er kennt noch gut die Massenbesäufnisse aus den 90er-Jahren mit den bekannten Begleiterscheinungen. Seitdem die Stadt die Sache in die Hand genommen hat, können besonders die jüngeren Besucher wieder friedlich feiern.

Ein dickes Lob verdient der Jugendrat der Stadt Ratingen, der wieder mit einem Riesenteam die Partys auf dem Marktplatz und in der Stadthalle geschaukelt hat. Viele "Ehemalige" waren wieder dabei. Theresa Dietz, Sprecherin des Jugendrates, war "positiv überrascht, dass trotz des Wetters so Viele gekommen waren". Und, mit Blick auf die starke Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst: "Man fühlt sich viel sicherer als in der Altstadt."

In der Stadthalle blieb allerdings der große Ansturm der vergangenen Jahre aus: Auch lange nach Beginn herrschte zunächst noch gähnende Leere.

Offenbar hatte das feucht-kalte Wetter der Jugend die Stimmung fürs Weiterfeiern im Trockenen gründlich versaut - erst am Abend füllte sich die Halle. Und dann ging's rund wie in früheren Jahren.

Quelle: RP
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