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Kreis Mettmann
Die letzten Helfer beim Regio-Sponsoring

Kreis Mettmann. Große Konzerne unterstützen oft nur noch Spitzensportler, Verbände oder Organisationen. Kleine Vereine und lokale Klubs bekommen kaum noch Unterstützung von den Städten. Sie setzen auf Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken. Die Kreissparkasse Düsseldorf verteilte 2015 im Kreis Mettmann 630.000 Euro - von der Jugendfeuerwehr, über den Altentreff bis zum Orgelbauverein. Von Uwe Reimann

"Sponsoring ist keine Wohltätigkeitsmaßnahme, sondern Teil des Marketings." Diese Formel aus einem Marketingblog für aufstrebende Unternehmen lässt keine Zweifel zu: Geben ja - aber auch nehmen. Große Unternehmen und internationale Konzerne haben sich darauf zurückgezogen, "die Großen" zu unterstützen: Fußballklubs, weltumspannende Organisationen oder einflussreiche Verbände. Das geht nicht immer schief wie bei der FIFA, doch die finanzielle Unterstützung der Global Player ist für die Markenbildung und für den Bekanntheitsgrad der Unternehmen sehr interessant.

Die kleinen Vereine vor Ort, der Behinderten-Treff um die Ecke, die Kulturgruppe bleiben dabei immer öfter auf der Strecke. Die Städte haben in den vergangenen Jahren kaum noch Geld, Vereine bei einer Weihnachtsfeier oder Theatergruppen bei der Kulturaufführung zu unterstützen. Und die Mittel werden immer weniger. Einzig die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken streuen noch Geld über diese kleinen Initiativen vor Ort in ihrer Region oder ihrer Stadt. Die Kreissparkasse Düsseldorf, die neben der Landeshauptstadt auch in Mettmann, Erkrath, Wülfrath und Heiligenhaus tätig ist, hilft noch vor Ort. Die Erlöse aus dem PS.Sparen und aus Stiftungen sorgte dafür, dass sie im vergangenen Jahr 630.000 Euro verteilen konnte.

"Wir helfen im Kleinen. Klein heißt dabei vor Ort", sagt Dieter Bock, Leiter des Vorstandsstabes bei der Kreissparkasse Düsseldorf. Er koordiniert die Spenden- und Sponsoranfragen im Geschäftsgebiet. Wichtig sei es, den öffentlichen Auftrag der Sparkassen in den ortsansässigen Vereinen zu zeigen. Zeigen heißt da zahlen. Jedes Jahr würden etwa 300 Empfänger profitieren. Manche bekommen öfter Geld, manche nur alle drei Jahre eine Unterstützung, sagt Bock. "Es sind gut 600 Vereine, Klubs, Treffs oder Gruppen, die wir in eine Art Pool aufgenommen haben", sagt er. Doch es werden immer mehr. "Wir bekommen in der letzen Zeit immer neue Anfragen auf Unterstützung."

Die Kreissparkasse Düsseldorf steht da nicht alleine. Allein 2015 wurden von den Unternehmen und Stiftungen der Sparkassen-Finanzgruppe rund 470 Millionen Euro für gesellschaftliches Engagement aufgewendet. Ebenso die Volks- und Raiffeisenbanken, deren gesellschaftlicher Auftrag sie ebenfalls im Umfeld sponsern lässt. So hat die Volksbank Düsseldorf Neuss die Sanierung des Düsseldorfer Schlossturms ebenso unterstützt wie beispielsweise die Werkstatt für angepasste Arbeit oder auch die Malteser in Neuss.

Die Sparkasse Hilden-Ratingen- Velbert setzt ebenfalls aufs regionale Sponsoring. Man unterstütze "gemeinnützige Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Jugend- und Altenheime, Kirchengemeinden, Behinderteneinrichtungen, kulturelle Einrichtungen und freie Vereine", heißt es auf der Homepage des Kreditinstituts. 2015 waren es erneut über eine Million Euro, mit denen Anschaffungen finanziert werden, die die Arbeit dieser Institutionen unterstütze, heißt es.

Immer neue Spendenanfragen bekommt Dieter Bock bei der Kreissparkasse. Ihn wundert das nicht: "Die Städte haben immer weniger Geld für die kleinen Vereine und Initiativen zur Verfügung." Ob es der Martinszug einer Kita ist, der unterstützt wird, oder der lokale Sportverein, der neue Bälle raucht. Durchschnittlich etwa 1000 Euro hoch ist jede Spende, es kann aber auch mehr oder weniger sein, sagt er.

In Düsseldorf wird das gesteuert, doch die hauptsächliche Einschätzung fällt vor Ort. "Die Filialdirektoren in den Städten wissen am besten, wer was und warum gebrauchen kann", sagt Bock. So sei gewährleistet, dass das Geld auch an den bedürftigen Stellen ankomme. Dort wisse man, ob eine Altengruppe ein paar hundert Euro brauche, um eine Weihnachtsfeier gestalten zu können, oder aber ob im Jeckenklub Geld für eine Tombola nötig ist.

Die Sparkassen stehen aber auch selbst unter Druck. Die wirtschaftliche Situation auf den Finanzmärkten ist mehr als schwierig. Dieter Bock sagt aber klar: "Es gibt keinerlei Überlegungen, das Sponsoring vor Ort aufzugeben oder auch zu vermindern." Nichts sei ewig, doch in den nächsten Jahren gebe es im Vorstand dazu keine Überlegungen, versichert er.

Quelle: RP
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