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Ratingen
Die neue Kraft im Personalrat der Stadt

Ratingen. Mike Zollweg folgt auf Wolfgang Büttner, der nach 30 Jahren in der Verwaltung in den Ruhestand gegangen ist. Von Wolfgang Schneider

Es sind große Fußstapfen - sehr große Fußstapfen. "Mir ist bewusst, dass es eine schwere Aufgabe ist, diese Lücke zu füllen", sagt Mike Zollweg. Der 31-Jährige ist im städtischen Personalrat Nachfolger von Wolfgang Büttner, der nach rund 30 Jahren im Dienste der Beschäftigen der Verwaltung in den Ruhestand gegangen ist. Es ist der Auftakt für einen wahren Generationenwechsel in dem Gremium, in dem die Gewerkschaft Verdi nach den Wahlen im Frühjahr deutlich stärkste Kraft ist. "Für uns ist es wichtig, auch junge Kolleginnen oder Kollegen an die Arbeit im Personalrat heranzuführen", sagt Gesche Hansmeier, die in den nächsten vier Jahren weiter Vorsitzende der Mitarbeitervertretung ist. Und einer davon ist nun Zollweg, der von seiner eigentlichen Arbeit freigestellt ist und sich in Vollzeit um die Belange der Rathausmitarbeiter kümmert - zusammen mit Hansmeier und Andreas Schlimm. "Ich finde die Arbeit im Personalrat extrem anspruchsvoll, weil man mit allen Bereichen, die Verwaltung bietet, in Berührung kommt und in allen Themenbereichen fit sein muss", erzählt Zollweg, der seine komplette berufliche Laufbahn im Dienst der Stadt Ratingen absolviert hat. Nach einer Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation folgte eine weitere zum Verwaltungsfachangestellten, später nebenberuflich zum Verwaltungsfachwirt. "Ich wollte mich weiterentwickeln", erzählt er.

Nach einer Zeit im städtischen Amt für Gebäudemanagement, wo er für Beschaffungen zuständig war, wechselte er für die Stadt ins Jobcenter, war dort bereits im Personalrat aktiv. "Als die Anfrage kam, ob ich eventuell als Nachfolger von Wolfgang Büttner kandidieren würde, war das schon eine Überraschung, aber vor allem eine große Ehre und Herausforderung", erinnert sich der Ratinger, der eigentlich einen ganz anderen Berufswunsch hatte: "Ich wollte auf den Bau, aber mein Opa, der Hausmeister an der Gesamtschule in West war, hat gesagt, ich solle mich mal lieber bei der Stadt bewerben. Das wäre ein sicherer Job." Gesagt, getan - und seit dem 1. Juli ist Zollweg im Personalrat überwiegend für die Mitarbeiter des Jugendamtes zuständig: "Gerade in diesem Bereich kommt in den kommenden Jahren sehr viel auf uns zu", weiß er. So müssen für alle Stellen Gefährdungsbeurteilungen angefertigt werden, dazu gehören zum Beispiel Lärmmessungen in den Kindertagesstätten.

Doch es sind nicht nur solche Probleme, mit denen sich die Mitarbeiter an den Personalrat wenden: "Wir hören auch oft von schwierigen privaten Schicksalen", meint Mike Zollweg, der solche Situationen aus seiner Zeit im Jobcenter kennt: "Auch dort werden Sie als Sachbearbeiter häufig mit schlimmen Geschichten der Menschen konfrontiert. Mit nach Hause nehmen darf man das nicht, das würde einen auf die Dauer zu sehr belasten." Im Personalrat kommt nun noch eine ganz andere Facette der Verwaltungsarbeit auf den begeisterten Sportler zu: "Zu unserer Aufgabe gehört die Zusammenarbeit und Diskussion mit der Verwaltungsspitze. Das ist am Anfang schon etwas ungewohnt, wenn man mit der Chefetage auf Augenhöhe sprechen kann." Da hilft Zollweg dann mit Sicherheit einer seiner positiven Eigenschaften, schließlich ist Personalratsarbeit oft ein Kampf gegen Windmühlen: "Ich bin grundsätzlich ein sehr optimistischer Mensch. Ich freue mich lieber darüber, dass von zehn Ideen zwei umgesetzt werden konnten, als mich über die acht zu ärgern, die nicht geklappt haben."

Quelle: RP
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