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Ratingen
Die neue Quecke ist da

Ratingen: Die neue Quecke ist da
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Den jährlich erscheinenden Historienschmöker der Lintorfer Heimatfreunde gibt es ab sofort im Buchhandel. Von Gabriele Hannen

Manfred Buer ist der Vater der "Quecke", des nach einem Wildkraut benannten, jährlich erscheinenden Historienschmökers der Lintorfer Heimatfreunde. Doch auch Manfred Buer hat seine Lieblingsmenschen: Zu den lebenden gehört zweifelsfrei seine Frau Monika, die Jahr für Jahr mit ihm das Heimatbuch stemmt. Zu den toten gehört Johann Peter Melchior, Porzellankünstler, Lintorfer Sohn, Star der Heimatabteilung des Museums Ratingen. Und unter anderem Schöpfer einer Neuakquisition des Hauses, die Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim zeigt, in Buiskuitporzellan gestaltet und von güldenem Holz umrahmt. Museumsleiterin Alexandra König hat das Exponat beschrieben.

Auf 276 Seiten sind historische Liebenswürdigkeiten und wichtige Entwicklungen in 62 Beiträgen gebührend dargelegt - in ihrer Erläuterung kann man feststellen, dass jeder einzelne Text dem Macher Buer ans Herz gewachsen ist, dass er hier noch eine Querverbindung, dort noch eine Anekdote anhängen könnte. Und er versteht es, Kenner der Geschichte dazu zu bewegen, eigene dunkle Erinnerungen vermittels gefundener Urkunden, Texte und Fotos letztlich gut aufzupolieren.

Für den einen Teil der Leserschaft ist die Quecke ein Fundus an Erinnerungen und Geschichten - waren doch Eltern oder Großeltern oder sie selber Zeugen des Geschehens. Andere Leser wiederum schätzen die Geschichten, die trotz aller Wahrhaftigkeit immer auch ein bisschen wie ganz guter Lokaltratsch sind, und das nach dem Motto "wer mit wem und, wenn nicht, warum denn nicht?". Historie ist bekanntlich gelebtes Leben. Nicht anders kann man den Chef der Quecke verstehen, wenn er denn über Emmerich Joseph von Breidbach plaudert, dass der keine Affären hatte, die Zahl der Feiertage begrenzte, das Land schuldenfrei hielt und den Jesuiten mächtig auf die Füße trat. Und wenn diese Erzählung, irgendwie von klammheimlicher Freude gekennzeichnet, auch die Konfession enthielt, dass der ach so redliche Herrscher mit 67 Jahren seinem Spaß an Essen und Trinken erlag.

Neben den geschichtlich relevanten Berichten findet sich in der Quecke Platz für zeitgenössische Erzählungen und auch für mundartliche Texte. Es ist bunt das dicke Heft, im Inhalt und in vielen Bildern, es ist vielfältig und irgendwie auch ein Lehrbuch - wenn man sich denn mal daran macht, es zu lesen.

Ab sofort ist es möglich, denn die Quecke gibt es auf jeden Fall in allen Ratinger Buchhandlungen und bekannten Verkaufsstellen für fünf Euro. Wer sich der Lektüre widmet, kann dann einem Wunsch von Johann Wolfgang von Goethe entsprechen, der der neuen Ausgabe vorangestellt ist: "Man sollte alle Tage wenigstens ein Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen".

Quelle: RP
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