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An(ge)dacht
Die Qual der Wahl

Ratingen. Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach". So beschreibt das deutsche Sprichwort unsere Lebenseinstellung, die uns manchmal daran hindert, über das Mittelmäßige herausragen zu wollen.

Wir müssen ständig Ansprüche an uns selbst stellen. Unser Leben ist einmalig und zu wertvoll, als dass wir es vergeuden könnten. Wozu wir eigentlich da sind - diese Frage darf nie verstummen. Dabei geht es nicht darum, Güter der möglichst besten Qualität anzuhäufen, damit unser Leben im Luxus verläuft und wir nichts entbehren müssen.

Obwohl, wenn Gott uns die Welt mit all ihrer Pracht und Vielfalt zur Verfügung gestellt hat, müsste man annehmen können, jeder müsse alle Möglichkeiten ausschöpfen. Auch die Praxis lehrt uns, dass es nicht möglich ist, alles zu haben, alles ausprobieren zu können. Wir selber besitzen viele Eigenschaften und Vorlieben und doch entscheiden wir uns für einen bestimmten Lebensweg; nicht mit allen Menschen pflegen wir den gleichen Kontakt; manche Menschen sind uns im persönlichen Umgang lieber, die anderen schätzen wir wegen ihrer Fachkenntnisse und suchen ihren Rat. Wir setzen Prioritäten und versuchen die Dinge in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit anzugehen. Alles was uns vertraut und lieb geworden ist, möchten wir festhalten und in Besitz nehmen. Den Eltern fällt es meistens schwer, ihre Kinder einmal ihrer Eigenverantwortung zu überlassen. Und doch wissen sie, dass es für ihre Kinder notwendig ist, diesen Schritt weg von Zuhause in die Selbstständigkeit zu wagen. Nicht anders erging es damals den Jüngern Jesu, die darauf vorbereitet werden mussten, dass Jesus zum Vater zurückkehrt. Jesus spricht auch heute sein Wort der Ermutigung: "Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht."

Wir haben Jesus nicht sichtbar an unsere Seite und doch wirkt er in und für uns mit seinem Vater durch den Heiligen Geist. Und er zeigt uns stets die grundlegende Ausrichtung unseres Lebens: Wir werden einmal diese Erde verlassen und Jesus zum Vater folgen. Zunächst hinterlässt er uns seinen Frieden als Auftrag an uns, die Menschen in unserer Umgebung an ihm teilnehmen zu lassen.

PATER DARIUS ST. SUITBERTUS

Quelle: RP
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