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Ratingen
Die Stadt verliert eine Institution

Ratingen: Die Stadt verliert eine Institution
Friedhelm Vössing freut sich auf mehr Freizeit. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Nach über vier Jahrzehnten schließt Friedhelm Vössing sein Haus "form und raum" - und denkt an Neuanfang. Von Gabriele Hannen

Wenn ein Geschäft länger als vier Jahrzehnte am selben Ort existiert, geschätzt wird und für eine ganz bestimmte Qualität steht - dann kann man es als Traditionshaus bezeichnen. "form und raum" an der Lintorfer Straße ist so eine Institution, eine mit dem Markenzeichen, dass hier mit Konzept beraten wird, damit der Kunde mit Konzept wohnen und sich wohlfühlen kann. In einigen Wochen allerdings wird Geschäftsinhaber Friedhelm Vössing dieses Geschäft erst einmal schließen.

Er werde 70 Jahre alt, hat er wissen lassen, und auch, dass er sich einen so genannten Ruhestand vorstellen könne. Eine Hintertür aber ist schon noch zu sehen: Es reize ihn sehr wohl, noch einmal mit frischem Wind und einem jungen Team neu loszulegen.

Der Abschied soll zumindest der Kundschaft leicht gemacht werden. In den kommenden Wochen werden die Möbel und der Lagerbestand verkauft.

Nach intensiven Studien der Innenarchitektur waren die ersten Jahre der geschäftlichen Selbständigkeit für Vössing in besonderem Sinne spannend. Aber auch schon 1973 gehörte es zum Prinzip des Geschäftes, dass eine gründliche Begutachtung der häuslichen Situation unbedingt zu einer wirklich glücklichen, geschmackvollen und komfortablen Neueinrichtung gehört.

Friedhelm Vössing: "Der Vorteil liegt für den Kunden unter anderem darin, dass wir ihm unsere Erfahrung als Innenarchitekten zur Verfügung stellen, dass wir ihm aber auch einen informativen Weg durch das aktuelle Design und die beste angebotene Qualität ebnen".

Es gab Jahre, in denen "form und raum" viele Einser-Absolventen der Fachhochschule Düsseldorf einstellte, die Biss, Frische und ihre Innovationen ins Geschäft einbrachten. Dabei geschah Lernen und Annehmen auf beiden Seiten, von den frischgebackenen Innenarchitekten zum selbständigen Inneneinrichter und natürlich auch umgekehrt.

Vössing durchstreifte Jahr für Jahr viele Möbelmessen: Alles in allem sind dabei wohl zwölf Millionen Quadratmeter Möbelmesse zusammengekommen, die er mit wachem Auge nach besten neuen Möbeln gecheckt hat.

Schon ganz zu Anfang gab es in seinem Haus Tische und Kommoden, die aus einem einzigen Baum gefertigt worden waren und sich in einer Schönheit präsentierten, die nicht nur für ausgemachte Fachleute sichtbar war.

Auch, wenn der Abschied nach einer so langen Zeit schwer fallen dürfte, gilt bis zuletzt: "Wir suchen mit den Kunden gemeinsam aus, planen das Konzept und realisieren genau das, was sie sich wünschen". Die Geschäftsräume an der Lintorfer Straße - im eigenen Haus - werden unter der Leitung von Friedhelm Vössing renoviert.

Quelle: RP
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