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Heiligenhaus
Die Unterilp bekommt eine Lesestoff-Tankstelle

Heiligenhaus: Die Unterilp bekommt eine Lesestoff-Tankstelle
Aufbauarbeit leisten (v. l.) Schrankpatin Ute Moll, Bürgermeister Jan Heinisch, Alfred Salmon, Frithjof Gerstner und Schrankpatin Christa Dörr. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Ein Bücherschrank lädt zum Schmökern ein: Die Idee ist simpel, funktioniert aber: Jeder kann Bücher nehmen und reinstellen. Von Henry Kreilmann

Auf dem Basildonplatz gehört er längst zum städtischen Alltag, nun soll das auch in der Unterilp geschehen: Gestern wurde dort ein zweiter Bücherschrank eröffnet - und natürlich randvoll mit Lesestoff gefüllt. Den kann man sich einfach so nehmen, oder andere Bücher hineinlegen. "Die Bücher haben Mitglieder des Bürgervereins zusammen getragen", freut sich Alfred Salmon. Er ist nicht nur der erste Vorsitzende des rührigen Bürgervereins, sondern wird auch liebevoll "Bürgermeister" der Unterilp genannt.

Dem schließt sich auch "Amtskollege" Jan Heinisch gerne schmunzelnd an. "Der Bücherschrank erhöht die Attraktivität des Stadtteils. Ich bin mir sicher, dass sich hier bald ein Treffpunkt bilden wird, an dem Menschen ins Gespräch kommen." Er legte neben einem Kinderbüchlein auch etwas komplexere Kost in den Schrank: Max Webers "Politik als Beruf". 200 bis 250 Bücher passen in den Schrank, je nachdem, wie dick die Bücher sind. Die Bandbreite reicht von Romanzen, Krimis bis hin zu Kinderbüchern. Die seien allerdings, so die Erfahrungen vom Basildonplatz, viel zu selten in den Schränken vertreten.

Zu finden ist der Bücherschrank unter den Bäumen am Rande der grünen Insel an der Moselstraße, schräg gegenüber der Bushaltestelle. Eine Sitzbank steht direkt daneben. "Ein schönes lauschiges Plätzchen. Hier steht der Schrank sehr gut", findet Frithjof Gerstner, Kommunalbetreuer von innogy. Das Tochterunternehmen von RWE hat den Schrank gestiftet, der baugleich ist zu dem am Basildonplatz. Die Suche nach einem geeigneten Platz hat die Organisatoren eine Weile beschäftigt, seit gestern steht der Schrank. Christa Dörr, Helga Sandt und Ute Moll werden sich nun um das stadtteileigene Möbel kümmern. Die Unterilperinnen wohnen ganz in der Nähe und haben den Bücherschrank zum Teil sogar vom Balkon aus im Blick. Tipps dafür bekamen das Trio gestern von Ruth Ortlinghaus. Die Sprecherin des Stadtmarketing-Arbeitskreises Kultur und Gesellschaft schaut regelmäßig in den Bücherschrank auf dem Basildonplatz. "Das ist auch nötig, wir müssen regelmäßig Bücher entfernen, die nicht in einen Bücherschrank gehören." Extremismus habe dort nichts verloren, darin ist man sich einig. "Es ist schön, dass sich Menschen aus dem Stadtteil gefunden haben, die den Schrank betreuen, für uns wäre das nicht auch noch zu stemmen", sagt Ortlinghaus. "Die Idee des Bücherschrankes ist im Rahmen der seniorengerechten Quartiersentwicklung für die Stadtteile Ober- und Unterilp entstanden", sagt der Fachbereichsleiter für Soziales, Jörg Saborni. In dem Projekt aus 2014, das vom Kreis Mettmann kofinanziert wurde, wurden die älteren Bewohner gefragt, was ihnen in ihren Stadtteilen fehlten. Leseförderung im Stadtteil, niedrigschwellig und möglichst kostenfrei, gehörte dazu.

Man sei dann auf den Energieversorger als möglichen Sponsor zugegangen, und der hat mit dem Bücherschrank des Kölner Architekten Hans Jürgen Greve gerne einen zweiten Bücherschrank in Heiligenhaus aufgestellt.

Quelle: RP
 
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