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Ratingen
Die wechselvolle Geschichte des Ratinger Autohauses Sahm

Ratingen. Ein Unternehmen, das 90 Jahre jung werden will, muss nicht erst in der heutigen Zeit Wandlungsfähigkeit und Flexibilität beweisen. So erging es über die Jahrzehnte auch dem Autohaus Sahm und seinen rechtlichen Vorgängern. Am Samstag feierte das Traditionshaus gemeinsam mit Kunden und der Eröffnung der neuen Gebrauchtwagenausstellung sein kleines "Jubiläum". Von Stefan Mülders

Gegründet 1926 von Willi Giertz, belief sich das Geschäftsmodell zunächst auf Handel und Reparatur mit und von DKW-Automobilen, Motorrädern und Fahrrädern - sowie der ersten Fahrschule in Ratingen. Einige Jahre lang liefen die Geschäfte gut, noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zog das Unternehmen von der Bahn- in die Wilhelmstraße. Nach Kriegsende erfolgte die Beschlagnahmung durch die Besatzungsmächte und eine örtliche Verlagerung, doch zum Ende der 1940er Jahre ging es wieder zurück an den alten Standort.

Die Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs gestaltete Giertz ab 1950 als Vertretung für Borgward-Pkw und Transporter, später auch für die Marken Vespa, Glas-Automobile, Spatz und Heinkel. Als Willi Giertz 1957 starb, übernahmen seine Tochter Agneta und ihr Mann Karl Alfried Sahm das Unternehmen, vier Jahre später erfolgte auch die Umfirmierung in die Sahm GmbH. Kurz zuvor hatte sich die Marke Borgward aufgelöst, und die Sparten Motorrad und Hans-Glas-Vertretung wurden aufgegeben. Dafür übernahm Sahm die Vertretung in Ratingen für Mercedes-Benz und Auto-Union. 1969 erfolgten der Neubau eines Ausstellungsgebäudes an der Kaiserswerther Straße/Boschstraße, kurz darauf auch einer neuen Verwaltung und großen Werkstatt sowie der Komplettumzug an den neuen Standort (1972). In den Folgejahren konnte der Betrieb erweitert und ausgebaut werden, immer mit dem Fokus auf Mercedes und VW/Audi. Sowohl die Ausstellung wie auch die Werkstätten wuchsen kontinuierlich bis in die 1990er Jahre hinein. Seit 1997 ist mit Jan Sahm die vierte Generation in der Geschäftsleitung des Unternehmens vertreten. Mit der Jahrtausendwende konzentrierte man sich noch stärker auf den Service, erweitert das Geschäft an der Boschstraße mit Reifen- und Gebrauchtwagenhandel sowie der Bündelung der Verwaltung. 2009 wurde der Verkauf von Mercedes eingestellt und nur noch Service angeboten, im vergangenen Jahr aber nahm auch das Verkaufsgeschäft für die Mercedes-Produktpalette wieder auf. Die Außenausstellung wurde erweitert, im Gebäudeinneren aber eine völlig neue geschäftliche Ausrichtung "installiert": Auf fast 3.000 Quadratmetern entstand mit FitX eines der größten Fitnessstudios in der Region. Rund 1000 tägliche Besucher sorgen auch für deutlich mehr Kundenkontakte im Autohaus.

Quelle: RP
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