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Kreis Mettmann
Die Zeitumstellung macht Kühe zu Zicken

Kreis Mettmann. Einige Tiere sind besonders empfindlich. Auch Hühner brauchen einen verlässlichen Tagesplan. Von Pascal Conrads

Sommerzeit, hell bis in die Puppen - für Freiluft-Sportler oder Biergartengänger mag das eine tolle Erfindung sein. Für Kühe aber ist das nichts. Ihre Tiere seien ganz ungehalten, wenn die Termine plötzlich nicht mehr eingehalten werden, berichtet Marlene Rosendahl von Gut Ellscheid in Haan. Sie habe schon beobachtet, wie sich die Kühe vor dem Stall versammeln, wenn der Bauer zu spät dran ist. Noch kein richtiger Rinderwahn ist das, aber ein bisschen Erregtheit schon. Rasches Handeln tut dann not. Schnell gemolken, kann das Vieh seinen Druck ablassen. Wenn sie nun aber früher ihre Milch liefern sollen? Wie zur Umstellung auf Sommerzeit an diesem Wochenende? Auch das gestaltet sich mitunter schwierig, wie Landwirtin Rosendahl berichtet: "Die Kühe lassen sich dann ziemlich bitten. Sie bewegen sich nicht vom Feld - und die Milch fließt unregelmäßig". Jede Diva muss dann einzeln vom Acker geführt werden. Nur so bleibe eine allgemeine Arbeitsverweigerung aus. Eine Kuh möchte eben umworben werden - die Bestätigung, dass sie nicht irgendeine x-beliebige ist. Um die Eutertiere nicht aus dem Rhythmus zu stoßen, greift der Bauer in die Trickkiste: In der Woche vor der Zeitumstellung melkt er täglich rund zehn Minuten früher.

Die Sommerzeit - so glaubten ihre Erfinder im letzten Jahrhundert - hilft Energie zu sparen. Das hat sich als Trugschluss erwiesen. Auch Hühner halten die Zeitumstellung eher für unnötig. "Sie können überhaupt keinen Stress vertragen und fangen bei der kleinsten Unruhe an, sich gegenseitig zu picken", weiß Josef Aschenbroich, der auf seinem Immigrather Hof Tausende von dem Federvieh hält. Deshalb hat der Landwirt seinen Stall vom natürlichen Wechsel von Tag und Nacht abgekoppelt. Der künstlich strukturierte Tag für seine Hühner besteht aus 16 Stunden Licht und acht Stunden Dunkelheit - bei durchgehend 20 Grad. Andernfalls bräche schnell Anarchie im Stall aus. Mord und Totschlag unter den Hühnern stünden dann an der Tagesordnung, sagt Aschenbroich.

Unempfindlich für den Zeitenwechsel sind hingegen Hunde und Katzen. Barbara Riedel vom Tierheim Velbert-Heiligenhaus glaubt zwar, dass Tiere eine innere Uhr haben, die Haustiere seien es aber meist gewohnt, von ihren Herrchen auch mal versetzt zu werden. Sie kennen eben ihre Pappenheimer.

Quelle: RP
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