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Ratingen
Dieter Lein hat große Chor-Pläne

Ratingen. Der Leiter will mit der Caritas ein Ensemble für Flüchtlinge und Einheimische gründen. Von Valeska von Dolega

Noch besser als Gesetze, die Integration verordnen wollten und diese stattdessen eher verhinderten, sind Projekte, bei denen Integration gelebt wird. So wie ein von der Caritas initiierter Chor.

"Miteinander singen schafft Gemeinschaft", sagt Ursula "Uschi" Hacket. Bei der Caritas ist sie stellvertretende Abteilungsleiterin des Fachbereichs Integration und weiß: "Immer öfter hören wir von Flüchtlingen, dass sie sich mehr Kontakt zu Deutschen wünschen." Also wurde darüber nachgedacht, wie und wobei man zueinander findet. "Beim Singen." Dabei werden Emotionen vermittelt. "Es gibt mehr als nur das gesprochene Wort." Außerdem gelingt über den Rhythmus eine Verständigung jenseits der Worte, wie Uschi Hacket sagt. "Und ein Chor ist zugleich Gleichklang bei Vielfalt." Denn eingeladen, am generationsübergreifenden Kulturchor teilzunehmen, sind natürlich auch alle anderen Bürger.

In Tiefenbroich startet Dienstag, 20. September, die erste Chorprobe. Der Standort wurde ausgewählt, weil drumherum ein paar Unterkünfte sind. Geleitet wird die musikalische Integrationshilfe von Chorleiter Dieter Lein. In seinem Beruf ist er ein alter Hase, und auch mit Flüchtlingen zu singen, ist ihm nicht neu. "Beim Weihnachtskonzert im vergangenen Dezember standen im Jungchor auch Flüchtlinge", erinnert er sich an einen stimmgewaltigen Abend in Monheim. "Die Resonanz war toll." Das nun anstehende Chorprojekt lobt er als "spannend", einerseits kennt man einander noch nicht, außerdem erwartet er eine "kunterbunte Mischung". Allerdings bezeichnet er seinen neuen Chor auch als "freies Experiment, normalerweise kann ich jede Probe gut vorbereiten. Das geht nun nicht." Schließlich weiß der Chorleiter nicht, welche Teilnehmer in welcher Qualität und Stimmlage mitmachen. "Wir gucken, wie das funktioniert", zur Einstimmung soll auf Englisch und Deutsch geträllert werden. In die Notentasche hat er zunächst das von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebene "We are the world" sowie Marius Müller-Westernhagens "Freiheit" gepackt. Als Ventil für Alltagssorgen hat Musik sich oft bewährt, ihr verbindender Faktor im Chor ist unbestreitbar. "Das könnte Sport übrigens ganz genauso bieten", sagt Lein.

Die erste Chorprobe für Flüchtlinge und Einheimische ist Dienstag, 20. September, 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Marien, Marienstraße. Mehr Infos: Telefon 02102-9291530.

Quelle: RP
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