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Ratingen
DKV-Erweiterung stößt auf Kritik

Ratingen: DKV-Erweiterung stößt auf Kritik
Vom bestehenden DKV-Gebäude (links) soll eine Brücke zum Erweiterungsbau führen. Die Einfahrt zur Tiefgarage liegt neben der Kindertagesstätte (rechts). FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Anwohner in Ost fordern die Einhaltung des gültigen Bebauungsplanes. Bauvoranfrage geht darüber weit hinaus. Von Joachim Preuss

Ost Eine brisante Vorlage wird heute in der gemeinsamen Sitzung von Bezirksausschuss Mitte und Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss (Stuma) diskutiert: Es geht um den Erweiterungsbau für die DKV-Zentrale an der Balcke-Dürr-Allee. Die entsprechende Vorlage der Verwaltung zum DKV-2-Gebäude fanden Anwohner der Hugo-Schlimm-Straße erst am Montag auf den Seiten der Stadt. Trotzdem haben sie sich bereits eingearbeitet und bemängeln vor allem eine grobe Abweichung vom gültigen Bebauungsplan: Das neue Gebäude soll höher und größer gebaut als es der B-Plan vorsieht. Martin Niehuis und Dr. Wolfgang Backmerhoff sind Beiräte einer Eigentümergemeinschaft an der Hugo-Schlimm-Straße - mit direktem Blick auf das Büro-Viertel. Dass dort gebaut werden würde, sei ihnen klar gewesen, als sie 2009 gekauft haben: Doch sie pochen nur auf die Einhaltung des B-Planes.

Schon Ende 2009 sei anstelle eines viergeschossigen DKV-Gebäudes "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" ein fünfgeschossiges Gebäude beschlossen worden. Und auch der Erweiterungsbau soll fast sechs Meter höher werden als der B-Plan das vorsehe. Dazu kämen noch die Technik-Aufbauten. "Eine nochmalige Ausnahmegenehmhigung werden wir nicht hinnehmen", sagte Backmerhoff. Auch die Brücke, die beide Gebäude in der zweiten und dritten Etage über einen parkähnlichen Fußweg verbinde soll, entspreche nicht dem B-Plan von 2009. Man sei nicht gegen das Konzept "Arbeiten und Wohnen", sagte Backmerhoff. Doch man habe seine "Erfahrungen" gemacht. Man habe darauf vertraut, dass der B-Plan eingehalten werde. Das sei schon beim jetzigen DKV-Bau nicht gemacht worden. "Uns wurde auch versprochen, dass es keine Brücke gegeben werde", heißt es in einem Schreiben an Stadt und Politik. Und nun solle erneut nach der Bauvoranfrage des Investors ein Stockwerk höher werden als es der verbindliche B-Plan vorsehe. Auch mit Blick auf die Baufläche sagte Niehuis: "Das ist eine keine Erweiterung mehr, das ist ein Verdoppelung." Was die Anwohner, die sich langsam gegen die "massive Änderung" des B-Planes formieren, auch stört, ist die Art der Tiefgarage, die beide Gebäude (unter dem Fußweg hindurch) verbinden soll: Die Zufahrt soll direkt an der Kita gebaut werden. Für die Anwohner, die dorthin ihre Kinder schicken, ist klar: Damit sind auch Lärm und Abgase verbunden. Denn die Tiefgarage soll "natürlich" belüftet werden. "Anstelle der Brücke kann man doch auch einen Personentunnel angelegen", schlägt Backmerhoff vor.

Er will eine Unterschriftenaktion starten und auch heute bei der Sitzung dabei sein. E hofft auf Rederecht und die Vertagung des Themas.

Quelle: RP
 
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