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Heiligenhaus
DLRG bangt um Bestand des Bades

Heiligenhaus: DLRG bangt um Bestand des Bades
Die Zukunft von Freibad und Hallenbad steht einmal mehr zur Diskussion. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Die Lebensretter sind daheim auf Hallen- und Freibad als Übungszentrum angewiesen. Nicht nur für ihre Sommer-Einsätze an Nord- und Ostsee. Die Perspektive ist offen: Halle schließen? Neu bauen? Aufsichtsrat diskutiert "Varianten". Von Paul Köhnes

Zuletzt zeigte die DLRG beim traditionellen Abschwimmen der Modellbauer im Heljensbad, was Rettungsschwimmer in unzähligen Trainingseinheiten üben. Die eingespielten Teams sind während der gesamten Badesaison gefragt - weit über die Stadtgrenzen hinaus. Aber die Zukunft des Übungsbetriebs daheim im Heljensbad - Freibad und Halle - bereitet zunehmend Sorgen.

Die Lebensretter der Heiligenhauser DLRG sind an den Stränden von Nord- und Ostsee gefragte Wachgänger. Ihre Zentrale ist aber das Heljensbad. FOTO: DLRG

Davon unbeeindruckt wurde aber das zu Ende geführt, was Organisator Michael May "die Trilogie der Rettungswachen der Heiligenhauser DLRG an der Küste" nennt. Nachdem schon Wasserretter an der deutschen Ostseeküste in Kühlungsborn und Boltenhagen im Einsatz waren, fuhr auch eine Rettungsschwimmerin der DLRG Heiligenhaus zum zentralen Wasserrettungsdienst auf die Insel Föhr. Die letzten zwei Ferienwochen im August leistete sie auf der Wache in Wyk täglich ihren Wachdienst von 10 bis 18 Uhr.

Am Strand gab es wenige "drastische Vorkommnisse" wie die Retter mitteilen. Aber die Wachmannschaft konnte den Umgang mit dem ein oder anderen Rettungsmittel praktisch vertiefen. Dafür konnte das AquaFöhr, das örtliche Schwimmbad, genutzt werden. Für einige war anfangs auch das Rettungsboot in der Praxis unbekannt. Dieses lag je nach Wasserstand (wegen Ebbe und Flut) im Innenhafen oder einsatzbereit an der Hauptwache. Eingesetzt wurde es während der Wachzeit größtenteils nur für Kontrollfahrten. Diese waren je nach Wasserstand auch nötig, denn bei Ebbe waren einige Wattwanderer unterwegs und trotz Fernglas war oft schwer zu erkennen, ob sich eine Person in Not befand oder nicht. Nach dem Dienst bestand die Möglichkeit für alle anderen Wachgänger das Boot näher kennenzulernen. Zusammen mit einem der drei Bootsführer wurden dann auch einige Übungen gefahren. Von der örtlichen Gliederung der DLRG konnte auch das IRB (Inflatable Rescue Boat), ein wendiges Schlauchboot (meist drei bis dreieinhalb Meter lang mit einem 15 bis 20 PS starken Außenbordmotor) für die Wasserrettung, ausgeliehen werden.

Der Blick in die Rettungspraxis ist das eine, die Lage im "Basislager" Heljensbad eine ganz andere. Schon Ende Juli wurden während der Hauptversammlung der Ortsgruppe Sorge um den Bestand von Hallen- und Freibad an der Selbecker Straße laut. "Wir sind inzwischen gefragt worden, was wir für unseren Übungsbetrieb benötigen", sagte DLRG-Mann May auf Anfrage. Im Optimalfall wäre das ein Schwimmbecken plus Lehrschwimmbecken und ein Sprungturm. Konkrete neue Pläne seien ihm aber noch nicht bekannt. "Jetzt ist zuerst die Frage, was die Politik entscheidet. Es braucht eine Lösung, die allen gerecht wird", meint der erfahrene Rettungsschwimmer. Es gebe dabei durchaus Verständnis für die Finanznöte der Stadt. Zwar existiert nach wie vor kein Beschluss des Aufsichtsrates zur Bad-Schließung. Wohl aber gibt es, wie Aufsichtsrat Ingmar Janssen auf Anfrage sagte, "Überlegungen in unterschiedlichen Varianten". Vom Tisch scheint die Lösung, das so marode wie defizitäre Hallenbad ersatzlos zu schließen. Ob eine weitere Idee zum Zug kommen könnte, ist offen, immerhin ist sie nach Informationen unserer Redaktion in der Diskussion: Schließung von Hallen- und Freibad, Neubau einer Halle mit einem Becken auf dem bisherigen Gelände, wobei die Liegewiese zur Saison theoretisch mitgenutzt werden könnte. Ein Angebot ohne Sauna und ohne Lehrschwimmbecken. Bei den Stadtwerken hieß es dazu: derzeit kein Kommentar zur Bad-Thematik.

Quelle: RP
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