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Heiligenhaus
Dorfkarneval trifft Pfarrkarneval

Heiligenhaus: Dorfkarneval trifft Pfarrkarneval
Das "Narrenboot" der Karnevalsfans von St. Ludgerus war bestens gefüllt. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. In St. Ludgerus ging es Samstagabend hoch her, ebenso in Isenbügel. Beide Narrentreffs haben ihre Fangemeinden. Von Sandra Kreilmann und Wolfgang Schneider

Hinein ins Narrenboot" ging es am Samstagabend im Ludgerustreff. Denn wenn das Männerballett Ludgerus zum Pfarrkarneval einlädt, dann hält es die Heljenser Jecken nicht lange auf den Stühlen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der Pfarrkarneval in der Heiligenhauser Session ein fester Programmpunkt. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Jürgen Tippegei, der gemeinsam mit Christel Prätorius den Abend geplant hat. Ein eingespieltes Team. Denn Prätorius schafft es immer wieder, den Haufen tanzwütiger Herren eine ordentliche Choreografie tanzen zu lassen. "Das ist an jedem Abend, so lang er auch dauert, immer wieder der Höhepunkt inmitten vieler Höhepunkte. Aber das Männerballett ist das große Finale", so Tippegei. "Schon ab Oktober wird geprobt, das muss sein. Und macht immer wieder viel Spaß", sagt Prätorius, die gemeinsam mit Rainer Bahlmann durch den Abend führte.

Der guten Laune taten auch Tonprobleme keinen Abbruch, denn der Abend ist für die Besucher jedes Jahr wieder ein Fest. Mit hinein ins "Narrenboot" haben sich die Heiligenhauser in diesem Jahr stimmgewaltige Ratinger geholt: "Hahnenschrei", die Sangestruppe der Roten Funken sorgte für einen fröhlichen Einstieg in einen bunten Abend, in dem die Heljenser mit jedem Lied lustiger wurden. Beim ersten Lied wird mitgeklatscht, beim zweiten schon geschunkelt, beim dritten Kracher hält es die Jecken nicht mehr auf den Stühlen und beim vierten wird gehüpft - mitgesungen wird übrigens ab der ersten bekannten Zeile. Abgesehen von den Ratingern wird das Programm, das sich um Musik und Sketche drehte, komplett von Heiligenhausern und zum Großteil aus den kirchlichen Reihen gestaltet: Der Gitarrenkreis, die KFD-Singers, der Kirchenchor Cantamos, sowie einzelne Solisten bekamen Unterstützung von den "Little Swaggers", einer Tanztruppe der Tanzschule Heigl.

"Keck und jeck" zu sein, das hat in Isenbügel Tradition. Wenn der Bürgerverein zur Feier einlädt, dann wird gefeiert, gute Laune ist garantiert. Es soll Menschen geben, die den Karneval nicht mögen: zu laut, zu plump, zu aufgesetzt - das sind die häufigsten Urteile aus dieser Richtung. Das mag hier und da auch stimmen, aber es gibt löbliche Gegenbeispiele, die zeigen, dass das jecke Treiben an seinen Wurzeln etwas Grundgutes, Ehrliches hat. Dass es nämlich darum geht, zu feiern und Spaß zu haben.

In der festlich geschmückten Adolf-Clarenbach-Schule kam selbst beim größten Karnevalsmuffel beim Anblick all jener liebevoll kostümierten Jecken ein bisschen närrisches Fieber auf: Clowns und Cowboys durften natürlich nicht fehlen, aber auch Ärzte und Stewardessen waren dabei. Mühe hatten sie sich alle gegeben. Respekt. Während sich der Sitzungskarneval in großen Sälen bisweilen mit der Stimmung im Anfangsstadium des Abends etwas schwertut, war in Isenbügel das Eis schnell gebrochen. Da waren das miese nasse Wetter und all die Alltagssorgen schnell vergessen. Und genau das soll Karneval doch leisten.

Was den Abend so besonders macht: Hier stehen überwiegend Menschen aus dem Stadtteil auf der Bühne, um ihren Nachbarn und Freunden ein paar schöne Stunden zu bereiten. Das war liebevoll gemacht und einfach witzig - ein Abend, der zeigt, dass es nicht immer bekannte Künstler sein müssen, die für gute Laune sorgen.

Quelle: RP
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