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Heiligenhaus
Drei Firmen investieren in Hetterscheidt

Heiligenhaus: Drei Firmen investieren in Hetterscheidt
Thomas Hoffmann (links) erklärt Jan Heinisch, aus welchen Komponenten ein eben gefertigtes Kunststoffteil besteht. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Dem Kunststoff-Verarbeiter Hoffmann waren Umzug und Ausbau drei Millionen Euro wert. Zwei weitere Unternehmen wollen bauen. Von Paul Köhnes

Der Ausblick vom Firmentor aus ist schon ein Alleinstellungsmerkmal: Je nach Wetterlage sind vom Ende der hochgelegnen Humboldtstraße in Hetterscheidt die Duisburger Hochöfen, die Start- und Landebahnen des Düsseldorfer Flughafens und die Braunkohlekraftwerke von Grevenbroich zu erkennen. Und natürlich die Autobahn-Baustelle der A 44, gelegen direkt unterhalb des Gewerbegebiets Hetterscheidt-Südost. Hier hat der Kunststoff-Verarbeiter Hoffmann rund drei Millionen Euro investiert.

Wobei es dem Geschäftsführer Thomas Hoffmann weniger um den Panoramablick ging als um den Durchblick im eigenen Haus. "Ich weiß schon gar nicht mehr, wie wir am altem Standort Hetterscheidt Nord überhaupt klargekommen sind", sagte er gestern beim Besuch der städtischen Wirtschaftsförderer. Dort wurde in vier kleineren Hallen produziert und es gab keine Möglichkeit, aus- oder umzubauen. Außerdem war es im bekannt engen Gewerbegebiet am Nordrand der Stadt in Hanglage schwierig mit dem Anlieferverkehr.

Damit ist es im 50sten Jahr des Firmenbestehens vorbei. Knapp ein Dutzend Sattelzüge pro Tag können wesentlich schneller abgefertigt werden, weil sie, statt rangieren zu müssen, geradewegs in die Halle können und den Rückweg ohne Rückwärtsgang einmal um das Firmengelände herum nehmen. Die Firma Hoffmann, 1966 in Velbert gegründet, ist seit 1971 in Heiligenhaus. Inzwischen erwirtschaften die 16 festen Mitarbeiter zusammen mit je einem halben Dutzend Leiharbeiter einen Jahresumsatz von gut dreieinhalb Millionen Euro. "Unser größter Kunde - ein deutscher Autozulieferer - produziert inzwischen in Polen", erklärt Hoffmann, seit 1991 in zweiter Generation Geschäftsführer im Familienbetrieb. Hoffmann beliefert außerdem die Elektroindustrie, hauptsächlich entlang der Rheinschiene und die regionale Schloss- und Beschlägeindustrie, in erster linie mit Verbundkunststoffteilen. "Baugruppenfertigung" ist eines der Stichworte im Alltagsbetrieb. Hier wartet Hoffmann mit einer Heiligenhauser Besonderheit auf. Den Zusammenbau von Einzelteilen übernimmt die Firma Mosca. Hier kam im Frühjahr ein Stück schnelle Nothilfe ins Spiel. Als das Mosca-Gebäude am Schopshofer Weg nach einem technischen Defekt komplett niederbrannte, konnte Hoffmann spontan Ersatz anbieten - in den nicht mehr benötigten Hallen in Hetterscheidt-Ost. "Mit Tischen und Stühlen konnte die Stadt aushelfen", erinnerte sich Heinisch. Als Geschäftsführer der Stadt- und Bodengesellschaft (SBEG) zog er gestern eine Zwischenbilanz, die für Hetterscheidt-Südost wie für die SBEG erfreulich ausfällt: Drei Grundstücke hatte die SBEG zu verkaufen, sie sind inzwischen vermarktet. Dem Kunststoff-Verarbeiter Hoffmann wird die Ratinger Sicherheitstechnik-Firma IWS folgen. Baubeginn sei bald zu erwarten. Und die Galvanik-Firma Montero habe inzwischen den Bauantrag eingereicht. Damit sind beide Gewerbegebiete in Hetterscheidt derzeit komplett ausgebucht.

Eine Folge: Thomas Hoffmann wird künftig mit zwei neuen Nachbarn leben - und, wegen der Grundstückslagen, wohl mit einen etwas eingeschränkten Panoramablick. Den er aber für die neue Perspektive gern opfert: "Ich konnte hier exakt so bauen, wie wir uns das vorgestellt haben."

Quelle: RP
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