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Ratingen
Edle Geschenke in historischer Umgebung

Ratingen: Edle Geschenke in historischer Umgebung
Zwei Tage lang boten Kunsthandwerker im Museum Cromford ihre Arbeiten an. Maria Mund-Marek fertigt Taschen aus Fahrradschläuchen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Vor dem Herrenhaus Cromford bildeten sich lange Schlangen: Es war wieder Handwerkermarkt. Von Gabriele Hannen

Auf das Industriemuseum Cromford kommt man im Zusammenhang mit Warteschlangen nicht wirklich. Das war am Wochenende anders: Drinnen, in der Hohen Fabrik und im Herrenhaus, gab es den traditionellen Weihnachtsmarkt. Und über allem schwebten Brandschutzvorschriften: Nur 90 Besucher dürfen zur selben Zeit das Angebot begutachten.

Doch irgendwie wurden alle Interessenten belohnt: Mit einem wirklich feinen Angebot, mit freundlich-entspannter Atmosphäre, mit zuvorkommender Beratung und Bedienung. 41 Anbieter hatten sich eingefunden - dazu auch noch Kuchen gebacken.

Museumsleiterin Claudia Gottfried unterstützt die vielfältigen Aktivitäten, die zum Standort Ratingen des Landschaftsverbandes Rheinland gehören und zuverlässig Scharen von Besuchern anlocken. Im Sommer gehören dazu Konzerte - im Winter der Handwerkermarkt. Und dafür hat Organisatorin Irma Schweiger schon im März das Casting der Aussteller gemacht. Das Angebot soll möglichst breit gefächert sein, immer wieder neue Anbietern Verkaufsmöglichkeiten bieten, junge und/oder ältere Kunden ansprechen, handwerklich hochwertig sein. Und auf jeweils drei Ausstellungs-Meter passen. Das Angebot machte klar: Ohne kunsthandwerklich aufgewertete Türstopper geht gar nichts, ohne Engel - hilfsweise Elche - und aufgefädelte Glasperlenspiele auch nichts. Selbst den Dauerbrennern Gefilztes und Glasprodukte im Tiffany-Stil können Kunstfertige immer noch einmal eine Variante hinzufügen. Gerade vor dem ersten Advent gingen die dazu passenden Kränze gut weg und Natürliches ebenso, wie Sterne aus Baumscheiben und Engel, mächtig aufs Wichtigste reduziert: simpler Körper, große Flügel, glänzender Heiligenschein.

Zwischen kessen Kappen und Stoffzaubereien, darunter T-Shirts aus Leder, neben einem Stand mit allerliebst zuckergeschmückten Lebkuchenfiguren, über denen eine Zimtwolke schwebte, neben Seifen, mit Ölen und Kräutern angereichert und akkurat aufgebauten Marmeladengläsern (die die Herstellerin gelegentlich auch auf dem Ratinger Markt anbietet) verkaufte zum ersten Mal auch die Ratingerin Maria Mund-Marek.

Sie gehört dem Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul an und unterrichtet an der Liebfrauenschule das Fach Textilgestaltung. Und nun häkelt sie aus Fahrradschläuchen Teppiche, stellt Taschen, Pinnwände und auch Schmuck her.

Und das auch aus toten Kaffeekapseln. Wie ist sie nun darauf gekommen? "Bei einer Projektwoche mit dem Thema 'Gesund Leben- Schöpfung bewahren' kamen mir viele Ideen, die damit zusammenhingen, die Müllberge nicht noch weiter anschwellen zu lassen. Während eines Gottesdienstes fiel mir dann zum Beispiel ein, was man alles aus alten Gebetbüchern herstellen kann. Immer wieder stieß ich auf neue Anregungen. Federmäppchen und Handytaschen aus Kautschuk kommen bei den Schülerinnen gut an, sehen cool aus und sind robust und wasserabweisend", berichtet sie. Zum Glück ist es zeitgemäß, aus alten Sachen neue herzustellen und dadurch den Wert zu heben, was man neudeutsch "upcyclen" nennt. Als Lieferanten für das Arbeitsmaterial hat die findige Gestalterin die Radstation des SkF ausgemacht, die ihr Fahrradschläuche abtritt.

Etliche Händler bieten ihre Arbeiten im Internet auf entsprechenden Portalen an. Viele aber freuen sich auf die ganz persönlichen Begegnungen in Cromford.

Und bereits ab jetzt laufen Anmeldungen für den nächsten Markt unter der E-Mail-Adresse allerhand@gmx.de.

Quelle: RP
 
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