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Renate Zanjani
Ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge bleibt gefragt

Ratingen. Wie hoch schätzen Sie die Bereitschaft ein, Flüchtlingen ehrenamtlich zu helfen?

Zanjani Nach wie vor ist die Bereitschaft vorhanden, viele Helfer wissen aber nicht wohin sie sich mit der ersten Anfrage wenden sollen.

Wie funktioniert der Einstieg am besten?

Zanjani Wenn ich zunächst bei Organisationen, Einrichtungen und vor Ort nachfrage, was im Moment gebraucht wird. Wenn die Hilfe nicht sofort losgehen soll, sondern sich alle Zeit lassen um die jeweiligen Interessen und den richtigen Einsatzort herauszufinden. Wenn ich offene Ohren und Augen habe um erst einmal zu erkennen, in welchen Lebenssituationen die Flüchtlinge zur Zeit wohnen.

Braucht es einen organisatorischen Vorlauf? Welche Vorbereitung ist sinnvoll?

Zanjani Vorbereitung sind immer sinnvoll, da die eigenen Vorstellungen von dem was gebraucht wird und das was tatsächlich zum aktuellen Zeitpunkt benötigt wird immer mal wieder nicht übereinstimmen. Das Gespräch mit anderen Ehrenamtlichen, wo diese helfen und was dort getan wird, ist ebenso wichtig, wie die formalen Voraussetzungen. Versicherungsschutz, Führungszeugnis, Aufnahmegespräch über Art und Umfang der Hilfe.

Wo liegen für Sie momentan die dringendsten Probleme ehrenamtlicher Hilfe?

Zanjani In den Zusammenführen von Helfern und Betroffenen. Im Aufbau von passgenauen, situationsgerechten Hilfen sowie darin, dass die Angebote dauerhaft und kontinuierlich durchgeführt werden können.

Wo sehen Sie die Grenzen ehrenamtlicher Hilfe?

Zanjani Wenn die eigene Kraft und Zeit überschätzt wird. Ehrenamtliche bestimmte, festgelegte Vorstellungen von der Wirkung der Hilfe haben und erfahren, dass die Menschen ganz individuelle Arten haben auf Hilfe zu reagieren. Wenn die Distanz verschwindet und Gehörtes und Erlebtes nicht mehr mit anderen besprochen wird. Manchmal erfahren Ehrenamtliche persönliche Schicksale und sind sehr berührt. Hier ist es wichtig, die gemeinsame Kommunikation und im Einzelfall auch professionelle Hilfe zur eigenen Entlastung anzunehmen. Das ist aber nur vereinzelt notwendig. Viele Ehrenamtliche können gut einschätzen, was sie tun wollen und was nicht.

An wen wenden sich Interessenten (für Heiligenhaus) am besten?

Zanjani Im unmittelbaren Lebensumfeld nachfragen und Kontakt zu den Organisationen aufnehmen: eigene Kirchengemeinde, Kindergärten und Schulen im eigenen Stadtviertel. Gerade Familienzentren, die Realschule und die Kirchengemeinden haben eigene Angebote von offenen Treffpunkten, Sprachkursen - wie denen, die die Evangelische Erwachsenenbildung anbietet - und ähnlichem und können hier sicherlich weitere Unterstützung gebrauchen.

PAUL KÖHNES STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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