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Mit Alexander Seidl
Ein cooles Gefühl, wenn man ankommt

Ratingen. Der 17-jährige Schüler tritt als Musiker mittlerweile bei vielen wichtigen Konzerten in der Stadt auf.

Alexander, wir haben uns ja aufs Du geeinigt: Dafür dass Du als eines der Musiktalente in der Stadt giltst, bist Du erstaunlich bodenständig.

Alexander Seidl Ich fände es schlimm, wenn ich überheblich wäre. Ich bin so erzogen worden, dass ich bescheiden bin und nicht abhebe. Das ist einfach meine Art.

Ist es aber nicht trotzdem ein tolles Gefühl, eine ganze Menge Menschen vor der Bühne zu begeistern?

Seidl Das ist wirklich ein cooles Gefühl. Das, was ich mache, entsteht in meinen eigenen vier Wänden. Und wenn Du dann merkst, dass es den Leuten da draußen gefällt, ist das schon eine tolle Bestätigung. Es macht Spaß, unheimlich viel Freude und gibt vor allem ein Glücksgefühl, wenn Du merkst, dass Du bei den Menschen ankommst.

Was sind Deine Zuhörer für Menschen?

Seidl Ich sehe das bei meinen Auftritten, dass die Menschen aus allen Altersgruppen kommen. Das macht mich natürlich schon sehr stolz. Ich weiß gar nicht, woran das liegt, dass ich auch Erwachsene scheinbar geistere.

Eventuell an den ab und an sehr reifen und nachdenklichen Texten?

Seidl Meine Inhalte haben sich verändert. Mit 13 habe ich viele Liebeslieder geschrieben, heute geht es einfach mehr um gesellschaftliche Themen, um Hoffnung auf Leben. Das mag jetzt zwar blöd klingen, aber es ist mir wichtig, zu transportieren, dass man jeden Moment genießen soll. Das ist zwar schwer, das immer durchzuziehen, aber das darf uns nicht daran hindern. Ich bin ein sehr positiver Mensch, aber trotzdem ist es für mich einfacher, nachdenkliche Texte zu schreiben.

Womit wir bei Deiner ersten CD "Bei Dir" wären, die gerade erschienen ist.

Seidl Es sind drei Lieder drauf, die eher nachdenklich sind. Die CD habe ich in Eigenregie produziert. Ich habe mir ein Studio ohne Produzenten gesucht, damit mein Erstlingswerk eben genauso klingt, wie es auch live ist. Vier Stunden haben die Aufnahmen gedauert. Es ist eine Momentaufnahme geworden, die zeigt, wie ich musikalisch bin. Deshalb sind vielleicht auch ein paar schrille Töne drin geblieben, aber so bin ich halt im Moment. Und darum ging es mir, mich authentisch zu präsentieren. Wer die CD übrigens haben will, sie gibt es bei Spiel und Buch im Arkadenhof.

Was unterscheidet denn den Musiker vom Menschen Alexander?

Seidl Die Musik ist ein Teil des Menschen. Mir ist es wichtig, keine Rolle zu spielen. Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich Spaß an der Sache habe. Ich bin wie gesagt ein fröhlicher Mensch mit einer positiven Lebenseinstellung, der auch seine nachdenklichen Seiten hat. Diese Lebenseinstellung nennt man übrigens sympathisch-verpeilt. Da gibt es übrigens auch ein Lied zu.

Du hast Dir fast alles selbst beigebracht?

Seidl Singen und Texten habe ich mit 13 angefangen. Ich hatte schon immer Spaß am Schreiben von Texten und Geschichten. Und im Musikunterricht mussten wir damals dann ein Lied schreiben. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das leicht von der Hand ging. Das war so ein bisschen was wie der Startschuss.

Wie bringst Du denn Musik und Schule in Einklang?

Seidl Das ist manchmal durchaus schwierig, schließlich soll man seine kreativen Phasen immer möglichst gut nutzen. Mir ist es schon einmal während einer Klausur passiert, dass ich eine Idee für einen Songtext hatte. Da war dann aber die Klausur wichtiger, den Songtext habe ich leider vergessen.

Willst Du irgendwann von Deiner Musik leben können?

Seidl Um in der Musik Erfolg zu haben, muss man vor allem Kontakte und ein bisschen Glück haben. Castingshows wären zum Beispiel aber überhaupt nichts für mich, da wirst Du zugrunde vermarktet und verlierst so ein bisschen Deine Seele. Da versuche ich es lieber auf dem klassischem Weg über das Knüpfen von Kontakten, auch wenn es mühevoller ist. Ich würde später aber sehr gerne auch als Schauspieler, Regisseur und Musikcomedian arbeiten. Das wäre mein Traum.

Wo kann man Dich demnächst sehen?

Seidl Am Donnerstag, 17. November, trete ich mit Anton Lengner und Svenja Kupschus wieder im Haus zum Haus auf. Das soll wieder so ein Konzert werden wie im vergangenen Jahr.

WOLFGANG SCHNEIDER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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